Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser
Chaotische Systeme lassen sich durch eine neue Methode schneller stabilisieren. Der Trick: Die Kontrolle ab und zu aussetzen - Wenn Chaos droht, kommt es auf Schnelligkeit an. Etwa wenn ein Schrittmacher ein unregelmäßig schlagendes Herz zurück in den richtigen Takt bringen oder wenn ein Roboter die Informationen, die aus seiner Umwelt auf ihn einprasseln, einordnen und entsprechend reagieren soll. In beiden Fällen muss ein chaotisches System in einen stabilen, geordneten Zustand überführt werden. Wissenschaftler des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation, dem Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen und der Universität Göttingen haben nun eine Methode entwickelt, wie dies schneller als bisher geschehen kann. Der Schlüssel zum Erfolg: Weniger von außen eingreifen, dafür aber geschickt das natürliche Verhalten des Systems ausnutzen. Mit neuen Ergebnissen der Göttinger Forscher ließe sich die Reaktionszeit des Roboters Amos deutlich reduzieren. Poramate Manoonpong and Florentin Wörgötter, University of Göttingen and Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen Wenn das Gelände, in dem sich Amos bewegt, plötzlich steiler wird, kann der insektenartige Roboter gekonnt reagieren: Nach kurzem Zögern wechselt er ganz von selbst die Gangart und wählt für seine sechs Beine ein anderes Bewegungsmuster, um die Schräge zu erklimmen. Amos' ,,Gehirn", ein vergleichsweise winziges Netzwerk aus wenigen Verschaltungselementen, läuft dabei auf Hochtouren. Lässt sich dieser ,,Denkprozess" beschleunigen?



