Der rote Pfeil weist auf das Infrarotorgan hin, das aus großer Entfernung Wärmestrahlung wahrnehmen kann. (c) Foto: Helmut Schmitz/Uni Bonn
Kriminalpuzzle zum Kiefernprachtkäfer Forscher nutzen einen Brand vor fast 90 Jahren, um die Empfindlichkeit eines natürlichen Sensors zu berechnen - Kiefernprachtkäfer der Gattung Melanophila verfügen über ungewöhnliche Infrarotsensoren. Damit spüren sie offensichtlich auch aus großen Entfernungen Waldbrände auf, da ihre holzfressenden Larven sich nur in frisch verbrannten Bäumen entwickeln können. Seit langem rätselt die Wissenschaft darüber, wie sensitiv dieser biologische IR-Sensor wirklich ist. Mit kriminalistischen Indizienbeweisen kommen nun Wissenschaftler der Universität Bonn und des Forschungszentrums Jülich zu dem Schluss, dass der Sensor des Käfers wahrscheinlich sogar empfindlicher sein könnte als vom Menschen konstruierte ungekühlte Infrarotsensoren. Mit dem natürlichen Vorbild eröffnen sich neue Perspektiven zum Beispiel für Waldbrand-Frühwarnsysteme. Die Ergebnisse sind nun in ,,PLoS ONE" veröffentlicht, der Online-Fachzeitschrift der Public Library of Science. Kriminalfälle lassen sich oftmals nur mit Hilfe von Indizien lösen, die die Spezialisten wie ein Puzzle zusammenfügen und dann das Geschehene rekonstruieren.
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