Älteste moderne Menschen in Südosteuropa nachgewiesen

Publikation unter Beteiligung der Universität Tübingen über erste wissenschaftliche Studie menschlicher Überreste aus der Ukraine

Die jüngste Publikation des Online-Journals ‘PlosOne’, an der Wissenschaftler der Universität Tübingen beteiligt sind, enthält die erste Studie über die  menschlichen Überreste aus der Fossillagerstätte ’Buran-Kaya III? in der Ukraine. Den Wissenschaftlern gelang es, die ältesten modernen Menschen in Südosteuropa nachzuweisen. Die Fundstelle Buran-Kaya III befindet sich im Ostteil der Krim und wurde bereits im Jahre 1990 entdeckt.

 

Die Fundschichten reichen vom Mittelpaläolithikum (vor etwa 300.000-40.000 Jahren) bis ins Ende des  Jungpaläolithikum (vor etwa 40.000- 12.000 Jahren) und in die Jungsteinzeit (vor etwa 12.000 Jahren). Mehr als 150 Menschenknochen wurden dort im Jahre 2001 zusammen mit Stein- und Knochenartefakten, Elfenbeinornamenten, Tierresten und paläobotanischen Resten in der Fundschicht 6-1 ausgegraben. Diese Schicht wird der Zeitspanne 31.000 bis 25.000 v. Chr. zugeordnet.

 

Die Morphologie der dort gefundenen menschlichen Zähne und Schädelknochen ist typisch für die moderner Menschen. Eine genaue Datierung an einem menschlichen Schädelbein und an einem Hirschknochen ergaben ein Alter von rund 35.500-36.900 v. Chr. für das menschliche Schädelbein und rund 34.500-38.000 v. Chr. für den Hirschknochen. Damit sind die Menschenknochen aus der Fundschicht 6-1 in Buran-Kaya III der erste Beweis für ein relativ frühes Vorhandensein moderner Menschen in Südosteuropa.

An dieser Datierung war unter anderem Dorothée Drucker von der Universität Tübingen, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Fachbereich Geowissenschaften, beteiligt. Sie wurde mit einer Radiokarbondatierung durchgeführt, wobei es möglich war, die gute Erhaltung des Proteins Kollagen zu bestätigen. Dadurch konnte die Zuverlässigkeit der Datierung bestätigt werden. Die Kollagenanalysen wurden durch die Laborarbeit der Biogeologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät gemacht.


This site uses cookies and analysis tools to improve the usability of the site. More information. |