Skat und Poker: Mehr Glück als Geschick?
Schach setzt spielerisches Können und strategisches Denken voraus, bei Roulette entscheidet allein der Zufall über Sieg oder Niederlage, Gewinn oder Verlust. Doch wie sieht es bei Skat und Poker aus? Sind sie spieltheoretisch als Glücksspiele oder Geschicklichkeitsspiele einzustufen? Dieser Frage, die auch über das Spielen um Geld entscheidet, sind Wirtschaftswissenschaftler der Universität Heidelberg nachgegangen. Jörg Oechssler und sein Team entwickelten dazu ein Wertungssystem ähnlich der sogenannten Elo-Zahl beim Schach. Danach haben sowohl Skat als auch Poker einen ,,Glücksanteil" von mehr als 50 Prozent, langfristig setzt sich jedoch die Geschicklichkeit durch. Ob ein Spiel als Geschicklichkeitsspiel oder Glücksspiel eingestuft wird, entscheidet auch über die Frage, ob Geld zum Einsatz kommen darf. Doch die Zuordnung zu diesen Kategorien ist schwierig, da es zwischen den Extremen wie Roulette und Schach viele Schattierungen gibt", sagt Oechssler. Gerichte stufen Poker in Deutschland rechtlich als Glücksspiel ein, das nur in staatlichen Casinos gespielt werden darf, Skat jedoch als Geschicklichkeitsspiel.


