Wie wir fühlen, was wir fühlen
Tübinger Neurowissenschaftler erforschen, wie wir Berührungen wahrnehmen. Wissenschaftler aus Tübingen und Triest (Italien) haben einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Tastsinnes und der Schmerzleitung geleistet. Ein Team um Dr. Jing Hu (Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften - CIN, Universität Tübingen) fand heraus, dass zwei Substanzen in der Membran von Nervenzellen entscheidenden Einfluss darauf haben, ob eine Berührung wahrgenommen wird oder nicht. Sie konnten zeigen, wie das Zusammenwirken der beiden Stoffe so gestört werden kann, dass Berührungsreize nicht weitergeleitet und andauernde Schmerzen gelindert werden. Wie wir fühlen, was wir fühlen: Diese Frage beschäftigt die Neurowissenschaft schon lange. Die Frage ist nicht nur grundsätzlich interessant, wissen wir doch ausgerechnet über den Tastsinn von allen fünf Sinnen am wenigsten - und das, obwohl das zugehörige Sinnesorgan, die Haut, unsere gesamte Körperoberfläche bedeckt. Auch Millionen Schmerzpatienten weltweit könnten wir vielleicht wirksamer helfen, wenn wir mehr über die Entstehung von Berührungsempfindungen wüssten.



