Transferpreis für Smart Farming Lab und Förderung für Physik-Maker Space ’DigiSpace’

Das Team des Smart Farming Lab, Träger des Transferpreises 2025, mit dem Forschu
Das Team des Smart Farming Lab, Träger des Transferpreises 2025, mit dem Forschungsgruppenleiter Martin Schieck (vorne, 2.v.r.), Foto: Swen Reichhold

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Mit dem diesjährigen Transferpreis zeichnet die Universität Leipzig das Smart Farming Lab aus, das digitale Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft entwickelt und mit innovativen Transferformaten die Gesellschaft erreicht. Zugleich erhält das Projekt ,,Maker Space DigiSpace" eine Förderung, um Kindern spielerisch Zugang zu Programmierung und Robotik im Bereich Physik zu verschaffen. Beide Initiativen zeigen: Wissenschaft ist ein Motor für nachhaltige Veränderung.

Smart Farming Lab erhält Transferpreis für innovative Agrartechnologie

Die Universität Leipzig verleiht den Transferpreis 2025 an das Smart Farming Lab der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Das interdisziplinäre Forschungsteam erhält das Preisgeld von 15.000 Euro für seine herausragende Arbeit mit Landwirt:innen und Winzer:innen an digitalen Innovationen für eine klimaangepasste, ressourcenschonende Landwirtschaft.

,,Das Team des Smart Farming Labs leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft. Sie setzen nicht nur auf innovative Technologien, sondern gehen mit ihrem Ansatz der aufsuchenden Transferarbeit neue Wege, um Wissen direkt in den ländlichen Raum zu bringen", betont Jens-Karl Eilers, Prorektor für Exzellenzentwicklung: Forschung und Transfer an der Universität Leipzig. ,,Die hohe Anschlussfähigkeit dieser Arbeit an andere Initiativen für nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung in der Region bietet großes Potenzial für Zusammenarbeit und ein länderübergreifendes Netzwerk."

Das Smart Farming Lab vereint Expertise aus Wirtschaftsinformatik, Ingenieurwissenschaften,Ökonomie, Kommunikationsund Medienwissenschaft sowie der Kreativwirtschaft. In sechs Jahren wuchs das Team auf 14 Personen an und warb über fünf Millionen Euro Drittmittel für Forschung und Transfer ein. Ihr Ziel: Ernährungssicherheit langfristig stärken, Erträge steigern und dabei Klima, Ressourcen und soziale Aspekte in den Fokus rücken. Die Forschenden setzen dazu auf intelligente Technologien wie Drohnen, kamerabasierte Anwendungen und Agrarrobotik. Ein zentrales Anliegen ist neben der Entwicklung neuer Lösungen deren praktische Anwendung, besonders in ländlichen Regionen. Dort spielt der direkte, langfristige Austausch mit Nutzer:innen eine entscheidende Rolle.

Kern dieses Austauschs und der gemeinsamen Entwicklung ist die ,,Mobile Scheune", ein interaktiver Messestand, der als Experimentierund Diskussionsraum direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben zum Einsatz kommt. Mit dem niedrigschwelligen Angebot werden Neugier geweckt, Fragen beantwortet und gemeinsam Lösungen erarbeitet. Die Transferaktivitäten fließen direkt in die Forschung zurück - ein geschlossener Kreislauf, der die Entwicklung von Technologien stärkt und die Akzeptanz erhöht. ,,Wir möchten den Dialog zwischen Forschung und Praxis fördern und gleichzeitig das Vertrauen in wissenschaftliche Arbeit stärken", erklärt Forschungsgruppenleiter Martin Schieck vom Smart Farming Lab. Gemeinsam mit Akteur:innen der Landund Ernährungswirtschaft hat das Team auf diese Weise in den vergangenen Jahren immer wieder passgenaue Lösungen zur bedarfsgerechten, ressourcenoptimierten Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen sowie zur Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte entwickelt.

Maker Space ,,DigiSpace" fördert MINT-Bildung und stärkt Physikunterricht

Das im Programm Wissenschaft trifft... geförderte Projekt ,, Maker Space DigiSpace - Programmierung und Robotik in der Physik " setzt viel früher an und zielt darauf ab, Kinder im Grundschulalter für Programmierung und Robotik im physikalischen Kontext zu begeistern. 400 Euro unterstützt.

,,Der Maker Space DigiSpace verbindet hervorragend Wissenschaft und Bildung", so Professor Eilers. ,,Indem wir Kinder früh mit Technologien wie Programmierung und Robotik vertraut machen, stärken wir ihr Interesse an MINT-Fächern und bereiten sie auf zukünftige Herausforderungen vor." Außerschulische Lernorte wie der Maker Space seien ein vielversprechender Weg, um Kindern schon früh die Möglichkeit zu geben, eigene Experimente zu realisieren, für physikalische Phänomene zu begeistern und Interesse an Themen wie Programmierung zu wecken. Angesichts der immer stärkeren Verknüpfung von Informatik und Physik in der Praxis sei das besonders wichtig. ,,Uns ist besonders wichtig, dass der Maker Space DigiSpace die Brücke zwischen universitärer Forschung und dem Unterricht vor Ort schlägt", betonen Dr. Joaquin Veith und Philipp Bitzenbauer. ,,Durch die aktive Beteiligung unserer Lehramtsstudierenden und die Kooperation mit INSPIRATA e.V. können wir innovative Lernmethoden direkt in der Praxis umsetzen."

Der geplante Maker Space ist eine Erweiterung des schon existierenden Lehr-Lernlabors DigiSpace, in dem Studierende digitale Tools für den Physikunterricht erproben können. Mit dem Maker Space soll es nun auch als physischer außerschulischer Lernort etabliert werden, in dem Kinder und Studierende gleichermaßen lernen können. In Kooperation mit dem Verein INSPIRATA e.V. sind unter anderem verschiedene Workshops geplant, außerdem soll der Maker Space an jeweils einem Nachmittag der Woche für Kinder offen sein, um in verschiedenen kleineren Projekten zu tüfteln. Lehramtsstudierende der Physik profitieren ebenfalls: Sie betreuen die Kinder, vertiefen ihr fachdidaktisches Wissen und lernen, komplexe Inhalte spielerisch zu vermitteln. ,,Dieses Projekt zeigt perfekt, wie Wissenschaft und Bildung Hand in Hand gehen", so Prorektor Eilers. ,,Wir fördern die nächste Forschergeneration und stärken den Lehrberuf. Zugleich zeigen wir: Physik kann spannend, kreativ und digital sein."

Gemeinsame Vision: Wissenschaft für die Gesellschaft

Beide Projekte - Smart Farming Lab und Maker Space - verdeutlichen den Transfergedanken der Universität Leipzig : Forschung, die über die Labortür hinausgeht. ,,Die Universität ist mehr als ein Ort der Wissensproduktion", so Professor Eilers. ,,Sie ist ein Ort der Verbindung. Mit dem Transferpreis und ,Wissenschaft trifft...’ stärken wir Projekte, die Menschen erreichen, Probleme lösen und die Zukunft gestalten. Das Smart Farming Lab bringt Forschung in die Praxis - der Maker Space begeistert Kinder für Technologie. Beide stehen für Wissenschaft mit Verantwortung, Engagement und Zukunft."