Der australische Flusskrebs Cherax quadricarinatus gehört zu den wirbellosen Tieren, seine Zähne sind aber mit einem Schmelz überzogen, der dem der Wirbeltiere sehr ähnelt. [weniger]
Australische Flusskrebse besitzen einen Zahnschmelz, der dem menschlichen sehr ähnelt. Manche besonders gelungenen Entwicklungen kopiert die Natur bei sich selbst. So hat ein Team aus Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und der Ben-Gurion Universität im israelischen Beer-Sheva herausgefunden, dass die Zähne des australischen Flusskrebses Cherax quadricarinatus mit einem Schmelz überzogen sind, der dem Zahnschmelz von Wirbeltieren in verblüffender Weise ähnelt: Beide Materialien bestehen aus Kalziumphosphat und stimmen auch in ihrer Mikrostruktur weitgehend überein. Offenbar hat sich diese besonders harte Substanz bei den Flusskrebsen unabhängig von den Wirbeltieren entwickelt, weil sie die Zähne besonders robust macht. In punkto Härte setzt der Zahnschmelz Maßstäbe - kein anderes biologisches Material kann da mithalten. Die Härte und Festigkeit verdankt die äußere Schicht der Zahnkrone des Menschen und anderer Wirbeltiere winzigen Kristallen aus Kalziumphosphat, das auch Knochen sprichwörtlich beinhart macht. Und weil der Zahnschmelz dank seiner Zusammensetzung und Struktur besonders beißfest ist, hat die Evolution auch bei Flusskrebsen eine stark mineralisierte Schutzschicht für die Kiefer hervorgebracht, die dem Schmelz der Wirbeltiere sehr ähnelt.
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