Hände weg - bitte

Freundliche Hinweisschilder vermindern Vandalismus an wissenschaftlicher Ausrüstung. Verhaltensbiologen, die ihre Tiere im Freiland beobachten, sind dazu oft auf modernste Technik angewiesen. Wird die technische Ausrüstung beschädigt oder gestohlen, bedeutet dies meist einen großen finanziellen und wissenschaftlichen Verlust. Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen wollten nun wissen, ob der Umgangston von Hinweisschildern an der Ausrüstung Vandalismus verhindern kann. Dazu legten sie 60 Attrappen in vier Münchner Stadtparks aus. Tatsächlich fanden sie, dass freundlich beschriftete Ausrüstung eher in Ruhe gelassen wurde als solche mit einem neutralen oder gar drohenden Schild. Winzige Sender geben Einblick in Wanderwege von Schmetterlingen, Kameras in Nistkästen spähen das Brutgeschäft von Kohlmeisen aus: Moderne Wissenschaft ist ohne neuste technische und dadurch oft teure Ausrüstung undenkbar. Meist muss diese Ausrüstung vor Ort bleiben, um eine dauerhafte Beobachtung zu ermöglichen oder die Tiere nicht durch wiederholtes Aufbauen von Gerät zu stören. Auch ein Team von Verhaltensforschern um Markus Clarin und Holger Goerlitz vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen ist darauf angewiesen, seinen Tieren unauffällig möglichst nahe zu kommen. Sie untersuchen Fledermäuse, deren Leben im Dunklen, im Flug und im für uns unhörbaren Bereich stattfindet und dadurch eine ganze Menge wissenschaftlicher Ausrüstung erforderlich macht. Die Idee zu dieser Studie ist also aus der Not geboren: Was und wie viel passiert, wenn wissenschaftliche Ausrüstung unbeobachtet draußen Daten sammelt?
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