’Eine Visitenkarte der Universität als Ganzes’

Mit dem Ziel, wissenschaftliche Expertise und studentisches Engagement sichtbarer zu machen - innerhalb wie außerhalb der RWTH Aachen - hat die Stabsstelle für Nachhaltigkeit und Hochschulgovernance im vergangenen Jahr die Veranstaltungsreihe ,,Open Perspectives" ins Leben gerufen. Die dritte Ausgabe widmete sich dem Thema Campus als urbaner Potenzialraum und rückte die Frage in den Fokus, wie sich ein Hochschulcampus als Ort städtischen Wandels begreifen und gestalten lässt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Alexander Markschies vom Lehrstuhl für Kunstgeschichte.

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Professorin Christa Reicher, Leiterin des Lehrstuhls für Städtebau und Entwerfen und Institut für Städtebau und europäische Urbanistik. In ihrem Impulsvortrag stellte sie aktuelle und vergangene Forschungsergebnisse und Projekte vor, die sich mit der Rolle des Campus im städtischen Kontext befassten. Sie betonte die Wichtigkeit eines attraktiven Campusareals, das eng mit den städtischen Strukturen verwoben ist: ,,Der Campus ist eine Visitenkarte der Universität als Ganzes. Und an unserer Hochschule liegt ein enormes Potenzial in den kreativen Ideen der Hochschulangehörigen, die nachhaltige Campusentwicklung voranzutreiben."

Dabei verwies sie auch auf die Diskrepanz zwischen vorhandener Expertise und fehlender Umsetzung: ,,Es mangelt nicht an Wissen, sondern oft an der Übertragung in die Praxis. Entscheidend ist, die Hürden zu identifizieren, Akteurinnen und Akteure zu vernetzen und so die Umsetzung tatsächlich zu ermöglichen."

Ein konkretes Beispiel studentischen Engagements stellte Es setzt sich für die Ökologische Aufwertung einer bislang versiegelten Campusfläche am ehemaligen Klosterhof ein - etwa durch Begrünung, Gebäudesanierung, die Öffnung des Areals oder eine neue Nutzung als Veranstaltungsort. Das Projekt zeigt anschaulich, wie durch gezielte Maßnahmen ein Beitrag zur nachhaltigen Transformation geleistet werden kann.

Dass der Campus stärker in städtische Strukturen eingebunden und sein Potenzial als urbaner Raum genutzt werden sollte, war zentrales Thema der Diskussionsrunde. Um den Austausch möglichst praxisnah zu gestalten, waren auch Vertreterinnen und Vertreter von Stadt, Campus GmbH, der Zentralen Hochschulverwaltung und Fakultät 2 der Einladung in die Skylounge gefolgt.

Im weiteren Verlauf arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen an Fragestellungen rund um Chancen und Herausforderungen nachhaltiger Campusentwicklung. Dabei waren ausdrücklich eigene Ideen und Perspektiven gefragt. ,,Nur wenn wir die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, Ansprüche und Erwartungen verstehen, können wir gemeinsam tragfähige Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung schaffen", so Hanna Potulski vom Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen und Institut für Städtebau und europäische Urbanistik.

Die Reihe ,,Open Perspectives" versteht sich als Plattform für interdisziplinären Austausch zwischen Forschung und Praxis. Ihr Ziel ist es, theoretische Konzepte in konkrete Anwendungen zu überführen - und den Campus als urbanen Lebensraum aktiv mitzugestalten.

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