Evolution im Zeitraffer. Das Springen eines Gens aus dem Chloroplastengenom in das Kerngenom wird hier durch die Entstehung einer Antibiotikaresistenz sichtbar gemacht. In den beiden grünen Keimlingen ist das Resistenzgen in den Zellkern eingewandert, wo es korrekt abgelesen werden kann und somit das Wachstum auf antibiotikahaltigem Medium ermöglich. [weniger]
Trotz struktureller Unterschiede in der DNA bleibt die Genfunktion erhalten. Chloroplasten, die grünen Solarkraftwerke der Pflanzenzelle, waren früher eigenständige Lebewesen. Das änderte sich vor etwa einer Milliarde Jahren, als sie von größeren Zellen verschluckt, aber nicht verdaut wurden. Seitdem haben sie viel von ihrer Selbstständigkeit verloren. Ein Großteil ihrer Erbinformation ist im Laufe der Zeit in den Zellkern abgewandert, und ein Leben außerhalb ihrer Wirtszelle wäre den Chloroplasten heute nicht mehr möglich. Wissenschaftler um Ralph Bock vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie haben herausgefunden, dass die Chloroplasten-Gene auf direktem Weg in den Zellkern gelangen und dort trotz unterschiedlicher Architektur korrekt abgelesen werden. Cyanobakterien gehören zu den ältesten Lebewesen überhaupt und sind allem Anschein nach die Vorläufer der grünen Chloroplasten in den Pflanzenzellen.
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