Auch wenn Blaumeisen ihren Nachwuchs in sozial monogamen Beziehungen großziehen, sind sowohl die Weibchen als auch die Männchen gelegentlichen amourösen Eskapaden mit anderen Partnern nicht abgeneigt. [weniger]
Können Geschlechtsunterschiede durch außerpaarliche Verbindungen erklärt werden?. Männchen und Weibchen von Blaumeisen sind für das menschliche Auge kaum zu unterscheiden. Im für Vögel sichtbaren UV-Bereich sind die Männchen jedoch viel bunter. Auch das monogame Paarungssystem dieser Vögel ist bei genauerem Hinschauen nicht das, was es verspricht: In jedem zweiten Nest finden sich Küken, die nicht mit dem fürsorgenden Vater verwandt sind. Ein Männchen in fester Paarbeziehung kann durch Fremdgehen die Anzahl seiner Nachkommen und damit seine biologische Fitness erhöhen. Emmi Schlicht und Bart Kempenaers vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen untersuchten, ob solche außerehelichen Paarungen treibende Kraft für die Evolution von Geschlechtsunterschieden sein können. Die Folgen sind jedoch gering, Fremdgehen kann die sexuelle Selektion von Geschlechtsunterschieden sogar verringern.
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