Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

Die Universität Tübingen hat am Dienstag der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Petra Olschowski ihre vielfältigen Public Engagement-Aktivitäten vorgestellt. Der Begriff Public Engagement beschreibt die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Forschungsprozessen und ist ein Schwerpunkt der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen. Bei einer Sommertour der Ministerin zum Thema ,,Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben?" hat sie sich in Tübingen insbesondere über den neuen ,,Bürger:innen-Rat Künstliche Intelligenz und Freiheit" informiert.

,,Public Engagement öffnet Wissenschaft für Impulse aus der Gesellschaft. Eine Universität profitiert von der Expertise und den Perspektiven der Bürgerinnen und Bürger", sagt h.c. (Doshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. ,,Wir wollen dauerhaft gesellschaftliche Gruppen einbeziehen und entwickeln dafür geeignete Formen. Dadurch bereichern wir unsere Forschung, die sich mit brennenden Fragen der Gesellschaft beschäftigt, mit wichtigen Sichtweisen gerade aus der Gesellschaft. Public Engagement selbst ist zudem auch ein Gegenstand der Forschung an der Universität Tübingen."

Der Austausch zwischen Gesellschaft und Wissenschaft kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. So lernen Jugendliche im ,,KI-Makerspace" auf spielerische Weise wie Künstliche Intelligenz funktioniert und entwickeln kritische KI-Kompetenz. Im ,,CIVIS OpenLab" erarbeiten Forschende gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern ,,Citizen Science"-Projekte und können dafür auch finanzielle Unterstützung bei CIVIS beantragen. Schülerinnen und Schüler in der Neckar-Alb-Region haben über ,,MINT me!" Zugang zu Laboren, wo sie gemeinsam wissenschaftliche Experimente durchführen können. Und während der ,,Science & Innovation Days" tauscht sich die Tübinger Stadtgesellschaft mit Forschenden und zivilgesellschaftlichen Gruppen zu spannenden aktuellen Forschungsfragen aus.

,,Letztlich wollen wir auch einen internen Kulturwandel an der Universität Tübingen", sagt Patrick Klügel, Public Engagement-Manager der Universität Tübingen. ,,Zur Unterstützung bieten wir Forschenden Fortbildung in Public Engagement an, werben um ihr Interesse und begleiten sie dann in ihrem Engagement."

Public Engagement richtet sich auch an die Forschungspolitik. In dem aktuellen Projekt ,,Bürger:innen-Rat Künstliche Intelligenz und Freiheit" diskutieren 40 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus vier Kommunen in Baden-Württemberg über die gesellschaftliche Begleitung von KI-Forschung: Bei welchen Fragen und an welchen Stellen sollten Bürgerinnen und Bürger Mitgestaltungsmöglichkeiten bekommen? Was können sie konkret beitragen? Wie kann mehr Zusammenarbeit gefördert werden? Der Bürger:innen-Rat tritt zum ersten Mal am 21. September zusammen und zum vierten und letzten Mal am 23. November. Die Mitglieder diskutieren mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen zu Themen der KI. Anschließend Übergeben sie die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Das Zentrum für rhetorische Wissenschaftskommunikation, RHET AI, koordiniert das Projekt. Partner sind außerdem das Tübinger Exzellenzcluster Maschinelles Lernen und der Innovationscampus des Landes Cyber Valley.