Attempto-Preis für junge Neurowissenschaftler verliehen
2016 werden Dr. Tim Rohe vom Universitätsklinikum Tübingen und Dr. Lena Veit vom Sandler Neuroscience Center der University of California, San Francisco, ausgezeichnet Die Tübinger Attempto-Stiftung verleiht in diesem Jahr die Attempto-Preise an Dr. Tim Rohe aus der Arbeitsgruppe für Psychophysiologie und optische Bildgebung am Universitätsklinikum für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen und an Dr. Lena Veit, ehemalige Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Professor Andreas Nieder am Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen. Tim Rohe hat untersucht, auf welcher Ebene das menschliche Gehirn Sinneseindrücke miteinander in Verbindung bringt. In der Regel ist der Mensch stets von diversen sinnlichen Eindrücken umgeben, von denen aber nicht alle für ihn zu jeder Zeit relevant sind. Überquert er beispielsweise eine Straße, so sind für ihn zunächst vor allem die Geräusche und der Anblick eines sich nähernden Fahrzeugs von Interesse, während ihm das Vogelzwitschern im Hintergrund eher unwichtig erscheint. Rohe konnte mittels funktioneller Bildgebung (fMRT) herausfinden, dass sich die Verarbeitung von Sinneseindrücken, die aus der gleichen Richtung kommen, bereits in den primären Sinnesarealen wie der Sehund Hörrinde gegenseitig beeinflussen kann. Auf einer höheren Ebene fügt das Gehirn dann im Scheitellappen die wichtigen Signale zusammen und blendet irrelevante Eindrücke aus. Seine in der Zeitschrift Current Biology veröffentlichten Ergebnisse könnten dabei helfen, Erkrankungen besser zu verstehen, bei denen die Sinneswahrnehmung gestört ist, beispielsweise Autismus oder Schizophrenien.




