Leben zwischen Dreck und Drogen
Forschungsteam der Humboldt-Universität untersuchte Sicherheitsempfinden der Nachbarschaft um den ,,Kotti". Wie ist das Sicherheitsgefühl der Menschen am und rund um den ,,Kotti"- Wie lebt es sich an einem Ort, der für Dreck und Drogen bekannt ist? Wodurch fühlen sich die Menschen in ihrem Wohngebiet sicher? Was erwarten sie von anderen Anwohner:innen, und inwiefern tragen solche Erwartungen zum Gefühl der Sicherheit bei? Erhöht die alltägliche Nutzung der Nachbarschaft das Sicherheitsgefühl? Im Auftrag des Bezirksamtes befragten Talja Blokland und Hannah Schilling gemeinsam mit einem Forschungsteam des Georg-Simmel-Zentrums für Metropolenforschung der Humboldt-Universität Berlin 2019 dazu 323 Anwohner:innen. Das Team klingelte an Haustüren rund um den ,,Kotti" und fragte genau nach. Anders als bei anderen Befragungen zu diesem Thema konnten die Befragten ihre Einschätzung der Sicherheit ohne Vorgaben der Forscher:innen begründen. Die Antworten der Kreuzberger:innen zeigen, dass auf einer Skala von 1 bis 10 ein Durchschnitt von fast 7,5 an Sicherheit von Menschen vergeben wird, die soziale Kontrolle erfahren oder unbesorgt waren, z.B. da ihnen noch nie was passiert ist. Die niedrigsten Durchschnittswerte von 4,8 begründeten Anwohner:innen mit Verweis auf Drogenprobleme und Kriminalität. Viele Befragte geben an, dass Straftaten in den letzten zehn Jahren zugenommen hätten, aber nur 31 Prozent schätzen es so ein, dass es unsicherer geworden sei.

