"XENON1T" ist weltweit empfindlichster Detektor für Dunkle Materie: Erfolgreicher Auftakt des Experiments im Gran-Sasso-Nationallabor / Entscheidender Beitrag kommt aus Münster

Das XENON1T-Experiment im Gran-Sasso-Untergrundlabor mit Wassertank zur Strahlun

Das XENON1T-Experiment im Gran-Sasso-Untergrundlabor mit Wassertank zur Strahlungsabschirmung (links) und Technikgebäude (rechts). - Roberto Corrieri, Patrick De Perio (XENON-Kollaboration)

Wissenschaftler der "XENON"-Kollaboration, darunter der münstersche Astroteilchenphysiker Christian Weinheimer und seine Mitarbeiter, suchen im italienischen Gran-Sasso-Nationallabor nach Beweisen für die Existenz von Dunkler Materie. Nun freuen sich die Forscher über die ersten Ergebnisse ihres neuen Detektors "XENON1T". Mit nur 30 Tagen Messzeit erweist sich "XENON1T" als der weltweit empfindlichste Detektor für Dunkle Materie, wie die Wissenschaftler nun bekannt gaben.

Namensgebend für das Experiment ist das Edelgas Xenon. Der Detektor misst Kollisionen von Kandidaten für Dunkle-Materie-Teilchen mit Teilchen flüssigen Xenons. Ein Störfaktor dabei ist Krypton, ein weiteres Edelgas – Spuren davon verfälschen die Messungen. Die Physiker der WWU sind unter anderem für die Reinigung des Xenons verantwortlich. Dafür haben sie eine einzigartige sogenannte kryogene Destillationssäule entwickelt und gebaut, welche Xenon in zuvor weltweit unerreichter Reinheit erzeugt. "Unsere Technik hat entscheidend zur Erreichung der weltbesten Sensitivität beigetragen", freut sich Christian Weinheimer.

Insgesamt sind rund 120 Wissenschaftlern aus aller Welt an dem Experiment beteiligt. Bislang haben sie keine Dunkle Materie nachweisen können. Doch nun geht es erst richtig los, insgesamt zwei Jahre sollen die Messungen dauern. Experten sind sich einig: Das Experiment "XENON1T" ist in einer ausgezeichneten Position im weltweiten Rennen um die Entdeckung der Dunklen Materie.

Publikation: arXiv:1705.06655

 
 
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