Potenzmittel Sildenafil kann Wachstum von Hauttumoren verstärken

Schematische Zusammenfassung der Wirkung von Sildenafil auf das Wachstum von Mel
Schematische Zusammenfassung der Wirkung von Sildenafil auf das Wachstum von Melanomzellen: Das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE5) baut cGMP ab und wirkt quasi als Bremse, sodass Melanomzellen sich nur mäßig vermehren. Sildenafil hemmt die PDE5, die Bremse wird gelöst und der cGMP-Spiegel steigt. Dies hat eine Verstärkung des Melanomwachstums zur Folge. Abbildung: Robert Feil
Tübinger Biochemiker entdecken Signalweg in Zellen des malignen Melanoms, der von dem Medikament beeinflusst wird. Tübinger Wissenschaftler haben neue Hinweise gefunden, dass die Einnahme des Wirkstoffs Sildenafil das Wachstum von Hauttumoren anregen kann. Sildenafil wird häufig bei Männern zur Behandlung von Erektionsproblemen eingesetzt. Professor Robert Feil und seine Arbeitsgruppe vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen konnten im Tierversuch und an menschlichen Zellkulturen nun nachweisen, dass Sildenafil offenbar stimulierend in die Wirkung des Botenstoffes cyclisches Guanosinmonophosphat (cGMP) eingreift, was wiederum das Wachstum von bereits bestehenden bösartigen Melanomen anregt. Ein Angriff auf den cGMP-Signalweg in Melanomzellen könnte im Gegenzug möglicherweise für die Behandlung von Hautkrebs genutzt werden. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlicht. Der Signalstoff cGMP spielt in vielen komplexen Stoffwechselwegen eine wichtige Rolle, von den Zellen der Blutgefäße und des Herzens bis hin zu Nervenund Sinneszellen.
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