Heutige Syphilisinfektionen könnten auf wenige gemeinsame Vorfahren der Erreger zurückgehen
Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Tübingen untersucht die genetische Herkunft des Syphiliserregers, der sich in den vergangenen Jahrzehnten wieder ausgebreitet hat. Über die ersten Ausbrüche der Syphilis in Europa wurde 1495 im Krieg von Neapel berichtet. Der Erreger, ein Bakterium mit dem Namen Treponema pallidum , breitete sich danach schnell auf weitere Kontinente aus. Die meist über sexuelle Kontakte übertragene Syphilis wurde eine der gefürchtetsten Infektionskrankheiten in der Menschheitsgeschichte. Obwohl die Infektion heute mit Antibiotika behandelt werden kann, konnte sich der Erreger in den vergangenen Jahrzehnten wieder global ausbreiten - 2008 gab es weltweit geschätzte 10,6 Millionen Neuinfektionen. Die Genetik und Verwandtschaftsverhältnisse heutiger Syphiliserreger haben Wissenschaftler der Universität Zürich unter der Leitung von Dr. Natasha Arora und Dr. Homayoun Bagheri gemeinsam mit den Paläogenetikern um Professor Johannes Krause und Dr. Dr. Verena Schünemann sowie Bioinformatikern unter der Leitung von Professorin Kay Nieselt der Universität Tübingen mit einem internationalen Team in einer Studie untersucht. Es kristallisierte sich heraus, dass die Syphiliserreger in der mehrhundertjährigen Geschichte möglicherweise mehrmals stark zurückgedrängt werden konnten, aber doch bis heute das Potenzial für weltweite Ausbrüche in sich tragen.



