Normale Arabidopsis-Pflanzen (links) bilden aufeinanderfolgende Organe im Winkel von 137 Grad, während die pom2-4-Mutante (rechts) einen Divergenzwinkel von 184 Grad aufweist. Schuld daran ist die ungerichtete Bildung von Zellulose. [weniger]
Ohne Mikrotubuli bringt die Zellulose beim Wachstum die Blattstellung durcheinander. Die Natur ist voller Mathematik. Besonders faszinierend und einfach zu erkennen sind Spiralmuster, wie sie bei Sonnenblumen, Tannenzapfen oder der Blattstellung an Sprossachsen vorkommen. Diese Spiralen entstehen, weil die meisten Pflanzen neue Knospen immer genau im Abstand von 137 Grad zu ihrem Vorgänger produzieren. Normalerweise verändert sich die relative Position der Pflanzenorgane während des Wachstums nicht, da die Stängel gerade wachsen. Kappt man aber die Verbindung zwischen Zellskelett und Zellulose, kommen die Zellulosefasern auf die schiefe Bahn und die Sprossachsen der Pflanzen rotieren um sich selbst. Der Winkel zwischen den Blättern verschwindet, doch an seine Stelle treten andere, ebenso robuste mathematisches Muster.
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