Die Computersimulationen zeigen, dass Hautzellen auf einer strukturierten Unterlage, die eine Wunde simuliert, Lücken bis zu einer Größe von etwa 200 Mikrometern als Ensemble überbrücken können.
Für die Erforschung zellulärer Prozesse haben Wissenschaftler der Universität Heidelberg ein spezielles mathematisches Modell entwickelt: Mithilfe einer darauf aufbauenden Software können sie simulieren, wie sich größere Ansammlungen von Zellen auf vorgegebenen geometrischen Strukturen verhalten. Unterstützt wird damit die Auswertung mikroskopischer Beobachtungen des Zellverhaltens auf strukturierten Unterlagen. Ein Beispiel dafür ist ein Modell für Wundheilung, in dem Hautzellen eine Lücke schließen müssen. Ein weiterer Anwendungsbereich liegt im Hochdurchsatz-Screening für Medikamente, bei dem automatisch entschieden werden muss, ob ein bestimmter Wirkstoff das Zellverhalten verändert. Die Erkenntnisse der Forscher Ulrich Schwarz und Dr. Philipp Albert, die sowohl am Institut für Theoretische Physik als auch am Bioquant-Zentrum der Ruperto Carola tätig sind, wurden jetzt in der Fachzeitschrift ,,PLOS Computational Biology" veröffentlicht. Eines der wichtigsten Fundamente der modernen Lebenswissenschaften ist es, Zellen außerhalb des Körpers zu kultivieren und mit Mikroskopieverfahren beobachten zu können. Auf diese Weise können zelluläre Prozesse viel genauer analysiert werden als im Körper.
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