Verräterische Spiele hinter Gittern

Gefängnisinsassen sind nicht selbstsüchtiger als Durchschnittsbürger. Überraschendes Ergebnis einer experimentellen Spielstudie mit Gefängnisinsassen: Verurteilte Straftäter sind keineswegs größere Egoisten als gewöhnliche Durchschnittsbürger, die noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Daraus schließen Christoph Engel, Direktor am Max-Plack-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, und seine Kollegen Thorsten Chmura und Markus Englerth: Menschen werden nicht deshalb straffällig, weil sie selbstsüchtiger sind als andere. "Die Abwesenheit von Kriminalität ist wesentlich schwieriger zu erklären als ihr Vorkommen - zumindest nach Kriterien der rationalen Entscheidungstheorie", beschreibt Engel das Problem. Denn das Standardmodell der rationalen Entscheidungstheorie, der ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Homo oeconomicus, liefert in diesem Fall keine Erklärung. "Besonders im Bereich der Kleinkriminalität ist das Risiko, erwischt und bestraft zu werden, regelmäßig geringer als der Nutzen aus der Strafttat", stellt er fest. Tatsächlich verhält sich die Mehrheit der Bürger jedoch anders und ist gesetzestreu.
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