Heuschrecken verändern mit steigender Populationsdichte ihre Farbe von grün zu gelb-braun. Außerdem legen sie ein völlig anderes Verhalten an den Tag: Aus Einzelgängern werden Schwärmer. Die Heuschrecken folgen den Artgenossen, die sich von ihnen entfernen, und fliehen vor denen, die sich auf sie zu bewegen. Das führt zu einer kollektiven Bewegung im Schwarm. So verringern sie das Risiko des Kannibalismus. [weniger]
Heuschrecken bewegen sich in Schwärmen, damit sich ihre Populationen nicht selbst ausrotten. Heuschreckenplagen könnten sich künftig besser bekämpfen lassen. Denn ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Physik komplexer Systeme hat weitere Details geklärt, wie die eigentlich als Einzelgänger lebenden Insekten Schwärme bilden. Vor allem in Afrika vernichten die Heuschreckenmassen immer wieder große Teile der Ernte. Wie die Arbeitsgruppe in einer Computersimulation herausgefunden hat, führt der unter Heuschrecken übliche Kannibalismus dazu, dass Heuschrecken ab einer bestimmten Populationsdichte in Schwärmen über das Land ziehen. Dieser Verhaltenswechsel hält das Risiko des Kannibalismus nämlich auch im dichten Gedränge möglichst gering. Außerdem hat sich herausgestellt, dass sich die Schwärme erst bei einer sehr niedrigen Heuschreckendichte wieder auflösen - viel niedriger jedenfalls als die, bei der sie sich bilden.
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