Links: Prinzip der Spektrallinse. Ein Lichtpuls wird in die Linse eingebracht, die dessen anfänglich breites Frequenzspektrum (rot dargestellt) zu einem schmaleren Spektrum (blau) komprimiert. Bei diesem Prozess werden die tieferen Lichtfrequenzen (entsprechend den roten Spektralfarben) stärker erhöht als die höheren Frequenzen (blaue Spektralfarben). Rechts: Konstruktion der Spektrallinse (schematischer Versuchsaufbau).
Neuartige Linse könnte für optische Datenübertragung genutzt werden. Gewöhnliche optische Linsen vergrößern Objekte, wie etwa die Schrift auf einer Briefmarke, oder verkleinern sie. Ganz anders wirkt die so genannte Spektrallinse, die Wissenschaftler des Fritz-Haber-Instituts (FHI) in Berlin, des Instituts für Atom- und Molekülphysik (AMOLF) in Amsterdam und der Universität von St. Andrews (Schottland) entwickelt haben: Sie verkleinert oder vergrößert ein Lichtspektrum. Beispielsweise staucht sie einen Regenbogen zu einer einzelnen Farbe, etwa blau, was dem Verkleinern des Regenbogen-Spektrums entspricht. Der Prozess lässt sich auch umkehren, entsprechend einer Vergrößerung, wobei keine Information verloren geht. Daher könnte die Spektrallinse einmal zum Komprimieren der Frequenzbandbreite in der optischen Datenübertragung genutzt werden, so dass ein breitbandiges Signal nach seiner spektralen Verkleinerung durch einen schmalbandigen Kanal gesendet werden kann. Das Verkleinern eines Spektrums geht mit der Verlangsamung des Lichtes einher, sodass sich die Spektrallinse prinzipiell auch für die Steuerung der Kommunikation in Glasfasernetzwerken nutzen lässt, in denen oft Signale auf einander warten müssen.
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