Holger Hoos kommt mit einer Alexander von Humboldt-Professur für Künstliche Intelligenz an die RWTH Aachen

Pionier im Bereich des automatisierten maschinellen Lernens.

 

Der 52-jährige Informatiker Holger Hoos kommt mit einer Alexander von Humboldt-Professur für Künstliche Intelligenz an die RWTH Aachen. Hoos gilt als Pionier in der automatisierten Konfiguration und in der Auswahl und Leistungsvorhersage von Algorithmen für anspruchsvolle Probleme in der Künstlichen Intelligenz (KI). Seine Forschung hat den Stand der Technik bei der Lösung eines breiten Spektrums anspruchsvoller Probleme der KI und verwandten Bereichen wie Operations Research und Bioinformatik erheblich verbessert. Jetzt wurde der Professor der Universität Leiden als einer von zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine Alexander von Humboldt-Professur ausgewählt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert seit 2009 die Alexander von Humboldt-Professuren, die mit bis zu fünf Millionen Euro die höchstdotierten internationalen Forschungspreise Deutschlands sind. 2020 wurden zusätzlich Alexander von Humboldt-Professuren für Künstliche Intelligenz ins Leben gerufen. Hier können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Fachgebieten nominiert werden, die sich mit der Erforschung und Nutzung von KI sowie deren gesellschaftlichen Auswirkungen befassen. Der Kandidat beziehungsweise die Kandidatin muss im Ausland arbeiten und weltweit wissenschaftlich anerkannt sein. Ein interdisziplinärer Ausschuss der Alexander von Humboldt-Stiftung entscheidet über die Vergabe. Ziel ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes Deutschlands nachhaltig zu stärken. Hoos wurde von der RWTH Aachen nominiert und wechselt zum 1. Januar 2022 nach Aachen.

Bahnbrechende Beiträge

,,Professor Holger Hoos hat bahnbrechende Beiträge zum Automated Machine Learning geleistet, einem dynamischen Forschungsgebiet, in dem wir als RWTH großes Potenzial sehen. Um mit maschinellen Lernmethoden gute Ergebnisse zu erzielen, braucht es nicht nur gute Algorithmen und ausreichende Mengen an hochwertigen Daten, sondern auch viel Know-how. Professor Hoos verfügt über dieses Know-how in ganz erheblichem Maße. Wir freuen uns, diesen Wissenschaftler, der weltweit führend in seinem Forschungsgebiet ist, für die RWTH gewinnen zu können", erklärt der Rektor der RWTH Aachen, Professor Ulrich Rüdiger. ,,Ein Hauptaugenmerk liegt auf dem Zusammenfluss von Künstlicher Intelligenz, Data Science und Simulation Science zur Etablierung eines starken methodischen Kerns dieser datenund modellgetriebenen Felder, die für viele strategisch wichtige Bereiche entscheidend sind. Nachdem wird die Simulationswissenschaft bereits gestärkt und ihr Profil in der Datenwissenschaft geschärft haben, sind beide Bereiche bereits weit über die RWTH hinaus sichtbar."

Hoos wird seine Professur in der Fachgruppe Informatik der Fakultät Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften aufnehmen und einer der Direktoren des neu gegründeten KI-Centers, das die Forschungsaktivitäten der Exzellenzuni in diesem Bereich zusammenführt. ,,Holger Hoos ist als einer der Begründer des Konzeptes des automatisierten maschinellen Lernens der ideale Wissenschaftler, um mit seiner breiten und tiefen Expertise zu methodischen Grundlagen der KI und darüber hinaus nicht nur das KI-Center zu bereichern, sondern auch für einen weiteren Leuchtturm im methodischen Dreieck aus Simulation, Data Science und KI zu sorgen. Er wird zu mehreren KI-Initiativen beitragen, einschließlich einer geplanten Kooperation mit belgischen und niederländischen Universitäten", erläutert Professor Klaus Wehrle, Sprecher der RWTH-Fachgruppe Informatik.

Der Deutsch-Kanadier Hoos leitet seit 2017 einen Lehrstuhl im Bereich KI im Leiden Institute of Advanced Computer Science (LIACS), dem Fachbereich Informatik der niederlandischen Universitat Leiden. Darüber hinaus hat er eine Gastprofessor am Computer Science Department der University of British Columbia in Vancouver (Kanada) inne. Er ist Fellow der Association for Computing Machinery (ACM), der Association for the Advancement of Artificial Intelligence (AAAI) sowie der European Association for Artificial Intelligence (EurAI). Für seine Arbeiten zum Maschinellen Lernen wurde er mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet. 2018 war er zudem einer der drei Mitbegründer der CLAIRE-Initiative, die Europa als Standort für exzellente Forschung und Innovation im KI-Bereich etablieren will.

Große Aufmeksamkeit

Die Forschungen von Hoos kamen dabei immer wieder zur realen Anwendung, die teilweise für große Aufmerksamkeit sorgte. Dazu zählt unter anderem eine automatische Prüfung von Sicherheitslücken in Amazons Kunden-Cloud-Netzwerken, die Preisgestaltung für saubere Energie mit Powerex Inc. und der Einsatz seiner Techniken bei einer groß angelegten Bandbreitenauktion durch eine US-Bundesbehörde.

Nach Matthias Wessling (2010, Chemische Verfahrenstechnik), David DiVincenzo (2011, Quantenphysik, gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich), Raul Fidel Tempone (2018, Angewandte Mathematik) und Wil van der Aalst (2018, Informatik) ist Hoos der nächste Alexander von Humboldt-Professor der RWTH Aachen.


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