Europas Gerichte unter Reformdruck

Lange Verfahrenszeiten, zunehmend komplexe Rechtsfälle und wachsende Kritik an der Rechtsprechung: Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg ist überlastet. Erstmals untersucht eine Forschungsarbeit des Hamburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht die Probleme des Gerichtshofes der EU und liefert fundierte Lösungsvorschläge, die eine weithin unbekannte Reformdebatte bereichern. Ob Autokauf, Urlaubsreise oder Ratenkredit: Kaum ein Alltagsgeschäft ist heutzutage ohne Bezug auf das Recht der Europäischen Union denkbar. Nicht nur in Fällen grenzüberschreitender Rechtsgeschäfte, sondern gerade im heimischen Rechtsverkehr gelten zahlreiche Richtlinien und Verordnungen, die die Rechte von Verbrauchern und Unternehmern klären. Welche Seite zu ihrem Recht kommt, hängt dabei zunehmend vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg ab, der die Durchsetzung europäischen Rechts innerhalb der EU garantiert. Doch der Gerichtshof steht vor großen Herausforderungen: „Der dramatische Anstieg an Gerichtsverfahren, lange Verfahrenszeiten und eine deutliche Ausweitung des Aufgabenbereichs bringen den EU-Gerichtshof teils an den Rand seiner Leistungsfähigkeit“, sagt  Hannes Rösler, der in seiner Forschungsarbeit erstmals die Probleme der europäischen Gerichtsbarkeit nicht nur aus juristischer Sicht, sondern auch unter sozial-, politikwissenschaftlichem und ökonomischem Blinkwinkel beleuchtet hat. Große Herausforderungen für Europas Richter
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