Ergebnisse zum Forschungsauftrag Einflussnahmen des Ministeriums für Staatssicherheit auf die West-Berliner Polizei?

Nr. 076/2011 vom 23. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR hat einer Studie der Freien Universität Berlin zufolge in den 50er und 60er Jahren mit immensem Aufwand versucht, alles über die personelle, räumliche und sächliche Ausstattung der West-Berliner Polizei in Erfahrung zu bringen. Wie die Untersuchung des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität im Auftrag der Polizei weiter ergab, war das durch MfS-Informanten gesammelte Detailwissen enorm, es blieb aber angesichts der Größe und Struktur der Institution Polizei lückenhaft. Darüber hinaus gelang es dem Ministerium für Staatssicherheit nicht, in die Leitungsebene der West-Berliner Polizei einzudringen. Auch die angestrebte Infiltration der Kriminalpolizei misslang, wie die Studie ergab. Die Beschaffung von Informationen aus dem Staatsschutz durch den ehemaligen West-Berliner Kriminalbeamten Karl Heinz Kurras, der im Mai 2009 als inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums enttarnt wurde, war demzufolge ein Ausnahmeerfolg des DDR-Staatssicherheitsdienstes. In der  Propaganda gegen die West-Berliner Polizei konnten MfS und Volkspolizei im Berichtszeitraum (1959 - 1972) zwar wiederholt Falschinformationen platzieren, diese blieben jedoch bis zur Entstehung der Außerparlamentarischen Opposition in der Bundesrepublik ohne nachhaltige Folgen.
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