Dialog als Zeichen der Hoffnung

Rim Assadi, Yaarah Bar-On, Francesco Ferrari, Martin Leiner und Davide Tacchini
Rim Assadi, Yaarah Bar-On, Francesco Ferrari, Martin Leiner und Davide Tacchini (v.l.n.r.) bei der Übergabe der Tondokumente des israelischen Friedensaktivisten Dan Bar-On. Foto: Jürgen Scheere (Universität Jena)

Krieg in Gaza, Krieg in der Ukraine. Wenig Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe, auf Frieden. Dennoch gibt es zuweilen ermutigende Zeichen, Versuche, das Freund-Feind-Schema zu durchbrechen. Der deutsch-israelische Friedensforscher Dan Bar-On (1938 - 2008) hat solche Zeichen zu setzen gewusst. Bar-On brachte Holocaustüberlebende ins Gespräch mit den Nachkommen hochrangiger Nazis. Später initiierte er Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern. Die Tonbandaufnahmen Bar-Ons hat seine Tochter Yaraah Bar-On jetzt als besonderes Geschenk dem Zentrum für Versöhnungsforschung (Jena Center for Reconciliation Studies) der Universität Jena Übergeben. Mit Hilfe der Thüringer Universitätsund Landesbibliothek (ThULB) sollen die Bänder digitalisiert werden, um für zukünftige Forschung zur Verfügung zu stehen.

Ein guter Ort, um miteinander ins Gespräch zu kommen 

,,Ein Feind ist jemand, dessen Geschichte man noch nicht gehört hat", sagt Martin Leiner, der Leiter des Jenaer Zentrums für Versöhnungsforschung. Diesem Grundsatz sei Dan Bar-On verpflichtet gewesen. Diesem Ideal folgend, wurden am Donnerstagabend im Senatssaal der Friedrich-Schiller-Universität Jena nicht nur die Tonbänder an die ThULB Übergeben. In einem anschließenden Workshop unter dem Titel ,,Paths for Reconciliation" (,,Wege zur Versöhnung") stand der Dialog zwischen Yaraah Bar-On und Rim Assadi im Mittelpunkt. Ein Gespräch zwischen der Tochter Dan Bar-Ons, die ebenfalls als Friedens­aktivistin aktiv ist, und der palästinensischen Rechtsanwältin Rim Assadi, die sich für Patientenrechte und Verteilungsgerechtigkeit engagiert. ,,Natürlich wollten wir ein Zeichen setzen, dass Jena ein guter Ort für Israelis und Palästinenser ist, miteinander ins Gespräch zu kommen", sagte Martin Leiner.