Archivar in der Geräusch-Bibliothek
Neues Modell für Sprach- und Geräuscherkennung. Menschen sind Meister darin, Sinneseindrücke wie Geräusche oder Gerüche wiederzuerkennen, selbst wenn viele Reize gleichzeitig eintreffen. Wie die Zuordnung zwischen aktuellem Ereignis und Erinnerung funktioniert, ist bis heute aber weitgehend unverstanden. Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, die auch dem Bernstein Zentrum angehören, haben nun ein mathematisches Modell entwickelt, das genau diesen Prozess mit wenig Rechenaufwand nachbildet und bisher unverstandene experimentelle Befunde erklären könnte. (PloS ONE, 14. September 2011) - Das sogenannte Cocktail-Party-Problem beschäftigt Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten. Wie gelingt es dem Gehirn, aus vielen Geräuschen bekannte Stimmen herauszufiltern? Seit Langem besteht die Hypothese, dass im Laufe des Lebens eine Art Geräuschbibliothek im Hörzentrum des Gehirns angelegt wird. Die LMU-Forscher Professor Christian Leibold und Gonzalo Otazu, die auch dem Bernstein Zentrum München angehören, zeigen in einem neuen Modell, wie das Gehirn durch den Vergleich gespeicherter Eindrücke und wahrgenommener Reize besonders effizient Geräusche wiedererkennen kann.




