Sonderforschungsbereiche (SFB) in Sprecherschaft und mit Beteiligung der Freien Universität verlängert oder neu bewilligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat drei Sonderforschungsbereiche (SFB) und SFB/Transregio in Sprecherschaft oder mit Beteiligung der Freien Universität Berlin verlängert oder neu bewilligt. Der Sonderforschungsbereich 980 ,,Wissen in Bewegung. Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die Frühe Neuzeit" unter der Sprecherschaft von Professorin Gyburg Uhlmann vom Institut für Griechische und Lateinische Philologie der Freien Universität Berlin tritt mit der Weiterbewilligung in eine dritte Förderphase ein und erreicht damit die maximale Förderdauer von zwölf Jahren ein.

Ebenfalls weiterbewilligt wurden Sonderforschungsbereiche/Transregio, bei denen die Freien Universität Mitantragstellerin ist: TRR 183 ,,Verschränkte Materialzustände" (Universität zu Köln; Vizesprecher an der Freien Universität: Professor Piet Brouwer, Fachbereich Physik) und TRR 186 (Universität Heidelberg; Vizesprecher an der Freien Universität: Professor Christian Freund, Institut für Biochemie). Am ebenfalls weitergeförderten TRR 109 der Technischen Universität Berlin und der Technischen Universität München ,,Diskretisierung in Geometrie und Dynamik" sind die Wissenschaftler Professor Günter M. Ziegler (Institut für Mathematik, Präsident der Freien Universität) und Konrad Polthier (Institut für Mathematik) beteiligt. In den neu bewilligten SFB ,,FONDA - Grundlagen von Workflows für die Analyse großer naturwissenschaftlicher Daten" der Humboldt-Universität zu Berlin ist Professor Knut Reinert vom Institut für Informatik der Freien Universität Berlin eingebunden.

Sonderforschungsbereiche ermöglichen nach Angaben der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben im Verbund. Sie sollen der Schwerpunktund Strukturbildung an den antragstellenden Hochschulen dienen. SFB werden maximal zwölf Jahre gefördert. Von Juli 2020 an fördert die DFG insgesamt 274 SFB.

Wissen in Bewegung

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs ,,Wissen in Bewegung" haben es sich zur Aufgabe gemacht, Wissenswandel in europäischen und nichteuropäischen Kulturen der Vormoderne zu untersuchen. Sie erforschen Prozesse langfristiger Wissensbewegungen in spezifischen historischen Konstellationen und haben ein Instrumentarium für deren Beschreibung entwickelt. Die leitende Hypothese ist, dass in Bezug auf Kulturen vor 1750 - sei es in Selbstbeschreibungen, sei es in späteren (Fremd-)Beschreibungen - die Tendenz besteht, Wissen als unwandelbar stabil aufzufassen, dass sich ihr Wissen aber entgegen dieser Zuschreibungen in ständigem Wandel befand, gerade da, wo die besondere Stabilität des Wissens behauptet wurde.

An dem transdisziplinären Forschungsvorhaben sind neben der Freien Universität Berlin die Humboldt-Universität zu Berlin, das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und seit der zweiten Förderphase auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Technische Universität Darmstadt beteiligt. Mit 19 Teilprojekten, in denen insgesamt 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind, handelt es sich um einen der umfangreichsten Sonderforschungsbereiche auf dem Gebiet der Geistes-, Kulturund Geschichtswissenschaften. Der Forschungsverbund wird für weitere vier Jahre mit insgesamt mehr als elf Millionen Euro gefördert. Weitergeführt werden kann auch der Wissenschaftspodcast ,,Hinter den Dingen", der 5.000 Jahre Wissensgeschichte anhand von Objekten aus dem Berliner Stadtraum erzählt.


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