Nachhaltigere Forschungsstrukturen zur Bearbeitung von Sammlungen und Beständen aus kolonialen Kontexten

Akteur*innen aus rund 30 kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen und Arbeitsgruppen haben bei einem Treffen im November eine Kooperation für den Aufbau nachhaltiger Forschungsstrukturen zur Bearbeitung von Sammlungen und Beständen aus kolonialen Kontexten ins Leben gerufen.

Die Vereinbarung erfolgte nach einem Rundgespräch der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), das am 23. November von der Arbeitsgruppe Koloniale Provenienzen des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V., dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, den Fachinformationsdiensten Afrikastudien und Sozialund Kulturanthropologie sowie der an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) ansässigen Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen in Deutschland organisiert wurde. Hauptanliegen war es, Akteur*innen miteinander ins Gespräch zu bringen, die digitale Zugänge zu relevanten Forschungsdaten zur Kolonialzeit benötigen bzw. nachhaltig gewährleisten. Die Teilnehmer*innen besprachen auch Möglichkeiten, die Koordination und Vernetzung von Projekten in den verschiedenen fachlichen wie institutionellen Feldern zu verbessern und die Bedarfe von Akteur*innen zu ermitteln.

Verstetigung und Ausweitung der Zusammenarbeit

Über alle fachlichen und institutionellen Grenzen hinweg gelten als wichtigste Herausforderungen, wie Insellösungen vermieden werden können, Nachhaltigkeit verbessert und ein respektvoller Umgang mit sensiblen Daten bei gleichzeitiger Transparenz gewährleistet werden kann. Andere wichtige Anliegen bestehen darin, sich über Standards zu verständigen und internationale Kooperationen besser in der Projektplanung zu verankern. Bei einem Folgetreffen im Februar 2021 sollen weitere Schritte besprochen werden: die Gründung einer Arbeitsgruppe zur Beschäftigung mit Thesauri und normierten Daten, die Vorbereitung eines Workshops mit Modellcharakter für internationale Zusammenarbeit sowie die Verstetigung des Netzwerkes.
Unter den Teilnehmer*innen waren neben Mitgliedern der einladenden Arbeitsgruppen und Institutionen auch Vertreter*innen von Bibliotheken, Archiven, Museen und Sammlungen, Institutionen aus Forschungsförderung und -infrastruktur, sowie Provenienzforscher*innen und Wissenschaftler*innen aus Ethnologie, Geschichts-, Politikund Kunstwissenschaft, die sich mit Expert*innen für Digitalisierung in Wissenschaft und Kultur austauschten.


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