Mentale Gesundheit beginnt im Kindesalter

Das Startup Aumio, eine Ausgründung der Freien Universität Berlin, hat eine App zum Thema Achtsamkeit und Meditation für Kinder entwickelt. Das Training besteht aus vier Kursen mit mehr als 50 Übungen, spielerisch verpackt in einer App. Das Angebot wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Psychologie der Freien Universität entwickelt. Die Gründerinnen und Gründer stellen die App im Kontext der durch die Corona-Pandemie verursachten Herausforderungen für Kinder zunächst kostenfrei zur Verfügung. Damit sollen Familien schnell und unkompliziert unterstützt werden.

,,Jedes vierte Kind in Deutschland ist von psychischen Problemen betroffen", erklärt Jean Ochel, Psychologe und Mitbegründer von Aumio. Achtsamkeit helfe Kindern dabei, mit Stress umzugehen und sich besser zu entspannen. Regelmäßiges Meditieren stärke außerdem die Konzentrationsfähigkeit. Neben praktischen Übungen gibt es in der Aumio-App Informationen und Aufklärung rund um das Thema mentale Gesundheit. In mehrtägigen Kursen und Einzelu-bungen werden Themen wie Unaufmerksamkeit, Angst oder Wutausbrüche behandelt. In einfachen Übungen entdecken Kinder spielerisch ihre Gefühle und erlernen den Umgang mit emotionalen Herausforderungen im Alltag.

,,Die mentale Gesundheit von Kindern erhält immer noch nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient", sagt Jean Ochel. Eine Studie der DAK zeige, dass jedes vierte Kind in Deutschland von psychischen Problemen betroffen sei. Achtsamkeitsu?bungen könnten eine niedrigschwellige erste Hilfe sein, die Familien sofort zuhause anwenden können. In der aktuellen Situation, in der der Alltag von sozialen Einschränkungen und Unsicherheit geprägt sei, sei die psychische Gesundheit von Kindern besonders belastet, erklärt Jean Ochel. ,,Räumliche Enge, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und wenige soziale Kontakte zu Gleichaltrigen und Verwandten: All dies sind einschneidende Veränderungen im täglichen Leben von Kindern und machen Vielen zu schaffen", betont der Psychologe. In einer solchen Situation brauche es Geduld, Verständnis und Akzeptanz. Und genau dabei könne Achtsamkeit helfen, auch den Jüngsten.

Seit Beginn des Jahres erhält das Start-up ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und wird von der Gründungsförderung der Freien Universität Berlin betreut. Mentorin des Teams ist Christine Knaevelsrud, Professorin für klinisch-psychologische Intervention an der Freien Universität Berlin. Die Gründer arbeiten an Aumio, einer Meditationsund Achtsamkeits-App für die mentale Gesundheit von Kindern. Die App wurde in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Therapierenden der Freien Universität Berlin entwickelt; sie wird unterstützt vom Europäischen Sozialfonds, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Sächsischen Aufbaubank.


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