Boltzmann-Medaille für Herbert Spohn

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Rahul Pandit (l.), Vorsitzender der IUPAP-Kommission für Statistical Physics, üb

Rahul Pandit (l.), Vorsitzender der IUPAP-Kommission für Statistical Physics, überreichte em. Herbert Spohn (r.) in Buenos Aires die Boltzmann-Medaille. Claudio Esses

Gestern erhielt TUM Emeritus of Excellence Herbert Spohn in Buenos Aires, Argentinien, als erster Deutscher die Boltzmann-Medaille der Internationalen Union für Reine und Angewandte Physik (IUPAP). Die Boltzmann-Medaille wird alle drei Jahre an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der statistischen Physik verliehen, die noch nicht den Nobelpreis erhalten haben.

Spohn war von 1998 bis zu seiner Emeritierung 2012 Ordinarius für Angewandte Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistische Physik an der Fakultät für Mathematik der Technischen Universität München (TUM). Seine Arbeiten werden durch Fragen aus der Physik motiviert, insbesondere der Elektrodynamik, der Quantenmechanik und dem Kristallwachstum. Vor allem widmet er sich Vielteilchensystemen und deren thermodynamischen Grenzfällen, asymptotischen Entwicklungen dieser Systeme und dem Einfluss zufälliger Störungen. Bekanntheit erlangte Herbert Spohn durch seine Arbeiten zur mikroskopischen Herleitung der Boltzmann-Gleichung und zum hydrodynamischen Limes wechselwirkender stochastischer Teilchensysteme. Mit der Boltzmann-Medaille wurde Spohn aufgrund seiner sehr umfangreichen und einflussreichen Arbeit zur statistischen Beschreibung von Nichtgleichgewichtssystemen geehrt.

1993 erhielt Spohn den Max-Planck-Forschungspreis, 2011 den Dannie-Heinemann-Preis für mathematische Physik und den Leonard Eisenbud Prize der American Mathematical Society, 2014 die Georg-Cantor-Medaille, 2015 den Henri-Poincaré-Preis und 2017 die Max-Planck-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.


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