Sturm und Zwang

Eine neue DFG-Forschergruppe untersucht die Bedeutung der Natur in politischen Ordnungsentwürfen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Forschergruppe ,,Natur in politischen Ordnungsentwürfen: Antike - Mittelalter - Frühe Neuzeit". Die beiden Sprecher sind die LMU-Mediävistin Professor Beate Kellner und der LMU-Shakespeare-Experte Professor  Andreas Höfele. ,,Unser Ziel ist es, zu untersuchen, wie die Natur als Legitimationsinstanz für politische Ordnung eingesetzt wird", sagt Beate Kellner.

So wurde bis in die Frühe Neuzeit die Alleinherrschaft eines Königs als natürlich dargestellt und angesehen. Doch die Rolle der Natur ist zwiespältig: ,,Die Natur kann auch die politische Ordnung gefährden", sagt Andreas Höfele. Dabei können nicht nur Naturkatastrophen wie Unwetter, Missernten oder Erdbeben ein Gemeinwesen vernichten. ,,Es kann auch in der Natur des Herrschers liegen, dass er seine Leidenschaften nicht im Zaum halten kann und dadurch sein Herrschaftssystem gefährdet", sagt Beate Kellner. So zeigt William Shakespeare in seinen Dramen Könige als Sklaven ihrer Triebe. ,,Am Zornesausbruch von König Lear geht nicht nur er selbst, sondern auch sein Reich zugrunde", sagt Andreas Höfele.

Die Forschergruppe wird die Bedeutung der Natur in politischen Ordnungsentwürfen interdisziplinär beleuchten und Perspektiven aus Germanistik und Anglistik, Philosophie und Theologie, Geschichte und Rechtswissenschaft sowie Kunstund Medizingeschichte zusammenführen.

Die DFG ermöglicht mit der Förderung von Forschergruppen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sich aktuellen Fragen ihres Fachgebiets zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Die Forschergruppe wird in den kommenden drei Jahren mit etwa zwei Millionen Euro gefördert.

 

 


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