Universität Heidelberg verleiht James W.C. Pennington Award

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James W.C. Pennington - Foto: Universitätsarchiv 

 James W.C. Pennington

James W.C. Pennington - Foto: Universitätsarchiv James W.C. Pennington

Der Religionshistoriker Eddie S. Glaude Jr., Professor an der Princeton University (USA), wird am 19. Juni 2018 mit dem James W.C. Pennington Award der Universität Heidelberg ausgezeichnet. Geehrt wird damit einer der führenden Experten für afroamerikanische Religionsgeschichte, der sich darüber hinaus mit African American Studies generell befasst. Die Auszeichnung, die vom Heidelberg Center for American Studies (HCA) und der Theologischen Fakultät vergeben wird, erinnert an den amerikanischen Pfarrer und ehemaligen Sklaven James W.C. Pennington. Dieser erhielt 1849 die Ehrendoktorwürde der Ruperto Carola und war damit der erste Afroamerikaner, dem ein solcher Titel von einer europäischen Universität verliehen wurde.

Wie Jan Stievermann, der am HCA die Professur für die Geschichte des Christentums in den USA innehat, betont, befasst sich Eddie S. Glaude Jr. in seinen Forschungsarbeiten auch mit der Bürgerrechtsbewegung und dem sogenannten Black Nationalism sowie der gegenwärtigen US-amerikanischen Politik. Zu diesen Themen bezieht Prof. Glaude auch in öffentlichen Debatten immer wieder Stellung. An der Princeton University hat der Wissenschaftler die William S. Tod Professur für Religion und afroamerikanische Studien inne und wirkt als Direktor des Center for African American Studies. Anlässlich der Preisverleihung wird Prof. Glaude in einem Festvortrag über den vor fünfzig Jahren verstorbenen Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. sprechen.

Mit dem zum siebten Mal vergebenen James W.C. Pennington Award werden hervorragende Wissenschaftler geehrt, die zu Themen forschen, die für Pennington von besonderer Bedeutung waren. Dazu gehören Sklaverei und Emanzipation, Frieden, Bildung, gesellschaftliche Reformen, Bürgerrechte, Religion und interkulturelle Verständigung. Verbunden mit dem Preis ist ein einmonatiger Forschungsaufenthalt in Heidelberg. Eine Spende der Manfred Lautenschläger Stiftung bildet den Grundstock für diese Aufenthalte.

Der 1809 geborene James W.C. Pennington entkam mit 18 Jahren der Sklaverei, lernte Lesen und Schreiben und belegte von 1834 an als erster schwarzer Amerikaner Kurse an der Yale University. 1838 wurde er Pfarrer in der Presbyterianischen Kirche. Auf dem Weltfriedenskongress in Paris lernte Pennington 1849 den Heidelberger Gelehrten Friedrich Carové kennen. Dieser war von dem Amerikaner so beeindruckt, dass er noch im selben Jahr seine Universität davon überzeugte, Pennington die Ehrendoktorwürde in Theologie zu verleihen.

Im Rahmen der Preisverleihung am 19. Juni hält Prof. Glaude einen englischsprachigen Vortrag zum Thema ,,Dr. Martin Luther King, Jr.’s Prophetic Witness, Fifty Years Later". Die Veranstaltung findet im Heidelberg Center for American Studies, Hauptstraße 120, statt und beginnt um 18.15 Uhr.