Sechs Berufungen in Bayerische Akademie

21. April 2017   »   English      
Mit den Erkenntnissen von  Ingrid Kögel-Knabner können weltweit Böden besser für

Mit den Erkenntnissen von Ingrid Kögel-Knabner können weltweit Böden besser für den Pfanzenanbau genutzt werden. (Bild: Eckert / TUM)

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Die Bayerische Akademie der Wissenschaften hat eine Professorin und drei Professoren der Technischen Universität München (TUM) aufgenommen. Mitglieder der Akademie haben mit ihrer Arbeit ‘eine wesentliche Erweiterung des Wissensbestandes’ ihres Fachs bewirkt. Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler der TUM wurden in das Junge Kolleg der Akademie berufen. Dort können sie ihre Forschungsprojekte, die mit einem Stipendium gefördert werden, interdisziplinär diskutieren.

Prof. Ingrid Kögel-Knabner


Prof. Ingrid Kögel-Knabner wurde 1995 auf den Lehrstuhl für Bodenkunde berufen. Sie gilt als Wegbereiterin einer transdisziplinären Ausrichtung der Bodenwissenschaft. Ihr Fokus liegt auf der Erforschung der Komposition und Bildung organischer Bodensubstanz. Mit neuen, digitalen Technologien hat die Bodenkunde in den vergangenen Jahren neue Möglichkeiten bekommen, um auf Mikroebene die Abläufe zu verstehen. Kögel-Knabner und ihr Team erforschen grundlegende Fragen von weltweiter Relevanz. Da viele der fruchtbarsten Böden heute an der Grenze ihrer Belastbarkeit sind, dienen die ihnen gefundenen Antworten nicht zuletzt der weltweiten Nahrungssicherung.

Kögel-Knabner forschte an den Universitäten in Bayreuth und Bochum. Sie ist Mitglied im Bioökonomierat der Bundesregierung. 2015 wurde sie mit der höchsten Ehrung ihres Faches ausgezeichnet, der Philippe Duchaufour-Medaille.

Prof. Ernst Rank


Prof. Ernst Rank ist seit 1997 Inhaber des Lehrstuhls für Computation in Engineering. Ein Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls gilt der engen Verknüpfung von geometrischen Modellen mit neuen numerischen Berechnungsverfahren. Damit werden computergestützte Entwurfsprozesse für Ingenieure schneller, kostengünstiger und weniger fehleranfällig.

Rank promovierte 1985 an der TUM. Erste Stationen seiner Laufbahn waren ein Forschungsaufenthalt an der University of Maryland und eine Industrietätigkeit bei Siemens, bevor er 1990 eine Professur an der Universität Dortmund übernahm. Von 2002 bis 2008 wirkte Rank als Erster Vizepräsident der TUM. Im Jahr 2006 wurde er Gründungsdirektor der International Graduate School of Science and Engineering (IGSSE) , von 2008 bis 2013 war er zudem Gründungsdirektor der TUM Graduate School. 2015 übernahm er die Leitung des TUM Institute for Advanced Study (IAS) , das in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum des ersten Abschlussjahrgangs feiert.

Prof. Ulrich Wagner


Prof. Ulrich Wagner forscht auf den Gebieten der effizienteren Energienutzung in Anlagen und Gebäuden, der Elektromobilität, der Integration erneuerbarer Energien und der energetischen Lebenszyklusanalysen. Schwerpunkt des Lehrstuhls für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik , den Wagner seit 1995 inne hat, ist die ganzheitliche, empirische Betrachtung von Energiesystemen, die mit der Energiewende noch bedeutender geworden ist. Das Ziel sind Systeme, die ausreichend flexibel gegenüber Veränderungen der technischen, marktwirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Anforderungen sind.

Wagner ist seit 1995 auch Wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE). Sein Amt an der TUM ließ Wagner von 2010 bis 2015 ruhen, da er in diesem Zeitraum Vorstand im Deutschen Zentrum für Luftund Raumfahrt war, zuständig für die Bereiche Energie und Verkehr. 2011 wurde er als korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Mit seiner Rückkehr nach Bayern ist er zum ordentlichen Mitglied der Akademie geworden.

Prof. Wolfgang A. Wall


Prof. Wolfgang A. Wall ist seit 2003 Professor für Numerische Mechanik an der TUM. Sein Forschungsinteresse liegt in der Entwicklung von neuen Rechenmodellen für anwendungsorientierte Simulationen auf Hochleistungsrechnersystemen. Diese Simulationen können mechanische Abläufe darstellen und vorhersagen, die aufgrund der hohen Komplexität nicht in der Praxis getestet werden können. Mithilfe des Höchstleistungsrechners ‘SuperMUC’ am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften entwickelte Wall beispielsweise ein Computermodell der menschlichen Lunge, das eine bessere medizinische Behandlung während einer künstlichen Beatmung ermöglicht.

Wall hat an den Universitäten in Stuttgart und Innsbruck sowie an der Princeton University gearbeitet. An der TUM baute er als Gründungsdirektor die Munich School of Engineering (MSE) auf, die die Forschung zu ‘grünen’ Technologien bündelt. 2012 erhielt Wall den Computational Mechanics Award der International Association for Computational Mechanics (IACM).

Junges Kolleg:

Dr. Eva Huber


Dr. Eva Huber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Biochemie. Ihr Forschungsgegenstand ist das Proteasom, ein zylinderförmiger Enzymkomplex in der Zelle, der überflüssige und defekte Proteine zerlegt. Funktioniert das Proteasom nicht, erstickt die Zelle an ihrem Müll. Eine gezielte Blockierung schädigt besonders die schnell wachsenden Krebszellen und stellt daher eine Therapieoption dar. In ihrem von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften geförderten Forschungsprojekts will Huber die Struktur des Proteasoms der Thymusdrüse aufklären, das für die korrekte Entwicklung von T-Zellen essentiell ist.

Dr. Kai Müller


Dr. Kai Müller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Walter Schottky Institut für Halbleiterphysik. Er untersucht die Wechselwirkungen zwischen Licht und Materie an nur wenige Nanometer großen Quantenpunkten aus Halbleitermaterial. Die Bedeutung der Halbleitertechnologie resultiert aus der Möglichkeit, sehr viele elektronische Schaltelemente durch Miniaturisierung zu integrierten Schaltkreisen zusammenzuschließen. Ziel seines von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften geförderten Forschungsvorhabens ist es, in ähnlicher Weise integrierte quantenphotonische Schaltkreise zu realisieren, die auf der Basis einzelner Lichtquanten arbeiten. Diese könnten die Grundlage neuer Quantentechnologien mit einer Vielzahl von Anwendungen sein, beispielsweise für abhörsichere Kommunikation, Informationsverarbeitung und Sensorik.

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