Nobelpreisträgerinnen: 14 Schriftstellerinnen im Portrait

Autorinnen, die bislang mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurden sind Thema einer Reihe von Universitätsvorlesungen, die im Sommersemester an der Freien Universität stattfinden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland widmen sich in öffentlichen Vorträgen der literarischen Tradition von 14 Frauen sowie Fragen nach einem weiblichen Schreiben und einer erweiterten Kanonbildung. Zum Auftakt am 17. April spricht Stefanie von Schnurbein in Kooperation mit der Dag-Hammerskjöld-Vorlesung am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin über die Schriftstellerin Selma Lagerlöf, die den Nobelpreis 1909 erhielt. Die Veranstaltungen sind Teil des Offenen Hörsaals der Freien Universität und finden vom 17. April bis 17. Juli 2017 dienstags von 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr statt. Alle Vorträge sind öffentlich, der Eintritt ist frei. Konzipiert wurde die Reihe von Claudia Olk vom Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und von Susanne Zepp vom Institut für Romanische Philologie.

Dass Produktion wie Rezeption von Kunst und Literatur keine geschlechtsneutralen Tätigkeiten sind, ist keine neue Einsicht der Gender Studies. Doch der Umstand, dass diesen 14 ausgezeichneten Frauen 100 männliche Literturnobelpreisträger gegenüberstehen, führt zu der ernüchternden Einsicht, dass Autorschaft offenbar nicht nur kulturhistorisch als an eine männliche Subjektposition gebunden wahrgenommen wurde. Das Zahlenverhältnis macht deutlich,dass die Eroberung der Autorposition durch Frauen weiterhin ein schwieriger und vielschichtiger Prozess zu sein scheint. So fokussieren die Beiträge die Ringvorlesung nicht nur literarische Traditionen von Frauen, sondern gehen auch Fragen der Stellung der Schriftstellerinnen und ihrer Schriften nach.

Im Mittelpunkt jeder der 14 Vorlesungen des Sommersemesters sollen das Werk und das intellektuelle Profil der jeweiligen Autorin stehen. Dabei wird in Anschluss an die von Virginia Woolf in ihrem Essay A Room of One’s Own schon 1929 beschriebenen Herausforderungen für das literarische Schreiben von Frauen auch die Frage nach Bedingungen und Widersprüchen künstlerischer Kreativität gestellt. Dabei werden auch Prozesse von Kanonbildung und Geschlechterdifferenz einer kritischen Revision unterzogen.

Zeit und Ort

  • Dienstags vom 17. April bis 17. Juli 2018, jeweils von 18.15 bis 19.45 Uhr
  • Freie Universität, Habelschwerdter Allee 45, Hörsaal 2, 14195 Berlin. U-Bahnhof Dahlem-Dorf oder Freie Universität / Thielplatz (U3); Bus 110, M11, X83