Neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Universität Hamburg

Foto: UHH/Krämer 2018    Stephan Krämer leitet die neue Emmy Noether-Nachwuchsgr

Foto: UHH/Krämer 2018 Stephan Krämer leitet die neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe.

Was ist relevant und was nicht - eine Frage, die sich Menschen täglich in den verschiedensten Kontexten stellen. Auch in der Wissenschaft spielt Relevanz eine große Rolle. In einer neuen Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Universität Hamburg unter Leitung von Dr. Stephan Krämer wird in den kommenden fünf Jahren der Begriff der ,,Relevanz" näher untersucht werden. Die Gruppe, die Ende Mai am Philosophischen Seminar ihre Arbeit aufnimmt, erhält dafür von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) rund 1,1 Millionen Euro.

Ziel der Forschung ist es, eine einheitliche und umfassende Theorie inhaltlicher Relevanz zu erarbeiten. Dafür wird in vier Bereichen gearbeitet: Zum einen geht es um den allgemeinen Begriff inhaltlicher Relevanz, die sich darüber definiert, dass zwischen bestimmten Informationen ein geeigneter inhaltlicher Zusammenhang besteht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Nachwuchsgruppe werden sich mit Fragen beschäftigen wie: Was heißt es, dass ein relevanz-verbürgender inhaltlicher Zusammenhang besteht? Welche Formen inhaltlicher Relevanz gibt es und wie hängen sie miteinander?

Zudem werden in drei weiteren Arbeitssträngen spezifische Arten von Relevanzbeziehungen in den Fokus genommen - logische, explanatorische und evidentielle Relevanz. ,,Wir wollen uns zum einen intensiv mit dem allgemeinen Begriff der Relevanz auseinandersetzen und zum anderen die Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Beziehungen zwischen den verschiedenen Formen der Relevanz untersuchen", fasst Dr. Stephan Krämer das Projekt zusammen.

Universitätspräsident Dieter Lenzen: ,,Es freut mich, dass die Relevanzforschung selbst für so bedeutend erachtet wird, dass die DFG nun eine neue Nachwuchsgruppe - die nunmehr 13. an der Universität Hamburg, davon die Vierte am Philosophischen Seminar - fördert. Ich gratuliere
Dr. Stephan Krämer und seinem Team und wünsche einen gelungenen Auftakt."

Dr. Stephan Krämer studierte an der Universität Hamburg (2003-2006) und der University of Leeds (2006-2007) Philosphie. Nach der anschließenden Promotion in Leeds (2011) war er von 2011 bis 2017 Postdoktorand an der Universität Hamburg, 2014 bis 2017 in dem DFG-geförderten Projekt ,,Die Logik und Metaphysik des Grundes". Von Mai 2017 bis Mai 2018 war er zudem Lecturer in Philosophie an der University of Glasgow.

In der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe werden insgesamt vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sein. Entsprechend des Ziels der DFG, mit der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe her­aus­ra­gen­de Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rin­nen und -wis­sen­schaft­ler zu fördern, werden neben Stephan Krämer zwei Postdoktorandinnen und -doktoranden sowie ein Doktorand bzw. eine Doktorandin in der Gruppe mitwirken.