NASA-Experte blickt auf Zukunft der bemannten Raumfahrt

Wie wird sich die bemannte Raumfahrt entwickeln? Werden Menschen den Mars betreten? Wohin geht die Reise? William H. Gerstenmaier, Associate Administrator for Human Exploration and Operations der US-Raumfahrtbehörde NASA, wird den Blick in die Zukunft wagen und unter dem Titel „From the International Space Station to Mars – The future of manned Space Exploration" einen öffentlichen Vortrag halten. Dieser beginnt am Montag, 11. Dezember 2017, um 18:15 Uhr im Hörsaal HO1 des Hörsaalzentrums C.A.R.L., Claßenstraße 11 in Aachen. Der Eintritt ist frei.

 

Gerstenmaiers Besuch hat einen spannenden Hintergrund: Das Alpha-Magnet-Spektrometer-Experiment, kurz AMS-Experiment, wurde zu erheblichen Teilen am I. Physikalischen Institut der RWTH Aachen unter Leitung von Professor Stefan Schael entwickelt und gebaut. Seit 2011 umkreist das AMS in 400 Kilometer Höhe die Erde und zeichnet kontinuierlich Teilchen aus der kosmischen Strahlung auf. Mit einer Bauzeit von 15 Jahren, Kosten von 1,5 Milliarden US-Dollar und einem Gewicht von sieben Tonnen ist es das größte Experiment zur Grundlagenforschung auf der Raumstation.

Nun steht eine der kompliziertesten Aktionen an, die die NASA bisher im Weltraum durchgeführt hat. Drei der vier Pumpen des Kühlsystems von AMS sind ausgefallen. Um den langfristigen Betrieb von AMS sicherzustellen, soll ein neues Kühlsystem in Außeneinsätzen montiert werden – keine leichte Aufgabe, da die Astronauten mit ihren „Fausthandschuhen" acht nur sechs Millimeter dicke Kühlleitungen durchtrennen und anschließend wieder mit dem neuen Kühlsystem verbinden müssen. Dieses etwa Kühlschrank große Gerät wird zurzeit am I. Physikalischen Institut unter Beteiligung von internationalen Forschergruppen aus den USA, Italien, China, Taiwan, Spanien und der NASA entwickelt und getestet. Professor Klaus Lübelsmeyer koordiniert die Arbeiten in Aachen, während in den USA schon die Astronauten für den schwierigen Einsatz im Weltraum, der Anfang 2019 geplant ist, trainieren.

William H. Gerstenmaier wird sich an der Hochschule ein Bild von den Arbeiten machen, immerhin vertraut die NASA nun zum zweiten Mal nach 2011 auch das Leben ihrer Astronauten der Baukunst der Aachener Physiker an. Die Reparatur am AMS soll letztlich die Lebensdauer des Experiments bis 2028 verlängern, dem möglichen Ende des Betriebs der ISS.

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