Mechanische Eigenschaften von Faserproteinen in biologischen Zellen

    Sarah Köster

Sarah Köster

Consolidator Grant: ERC fördert Projekt von Physikerin Sarah Köster mit 2,4 Millionen Euro
(pug) Sarah Köster vom Institut für Röntgenphysik der Universität Göttingen forscht auf dem Gebiet der Physik biologischer Zellen und zellulärer Bestandteile. Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat sie mit einem „Consolidator Grant“ ausgezeichnet und fördert ihr Projekt mit dem Titel „MECHANICS – Mechanics of cells: the role of intermediate filaments“ für einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund 2,4 Millionen Euro. Das Forschungsvorhaben beginnt im Mai 2017.
Die unterschiedlichen mechanischen Anforderungen, denen unsere Körperzellen gerecht werden müssen, werden hauptsächlich durch ein komplexes Netzwerk aus Faserproteinen in der Zelle, das sogenannte Zytoskelett, bestimmt. Insbesondere ein Bestandteil dieses „Komposit-Materials“, die Familie der Intermediärfilament-Proteine, hat erstaunliche physikalische Eigenschaften wie extreme Dehnbarkeit und hohe Flexibilität. Diese Eigenschaften will Köster in dem neuen Projekt untersuchen. Zusammen mit einem Team aus Promotionsstudierenden wird sie verschiedene innovative Methoden kombinieren, um molekulare Wechselwirkungen in den Proteinen zu messen, die Fasern mechanisch zu charakterisieren und die Ergebnisse schliesslich auf die zelluläre Ebene zu übertragen. „Wir erwarten neue Erkenntnisse über die grundlegende Physik biologischer weicher Materie sowie Anwendungsfelder in der Medizin und den Materialwissenschaften“, so Köster.
Sarah Köster, Jahrgang 1979, studierte Physik an der Universität Ulm und wurde 2006 an der Universität Göttingen promoviert. Nach zwei Jahren an der Harvard University erhielt sie an der Universität Göttingen eine Juniorprofessur am Courant Forschungszentrum „Nanospektroskopie und Röntgenbildgebung“. 2011 wurde sie auf eine Professur am Institut für Röntgenphysik berufen. Köster ist an den Sonderforschungsbereichen „Photonische Abbildungen auf der Nanometerskala“ und „Kollektives Verhalten von weicher und biologischer Materie“ sowie am Zentrum für Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB) beteiligt.