Matthias Hentze wird mit dem HMLS Investigator Award ausgezeichnet

Für seinen Einsatz bei der Realisierung der Molecular Medicine Partnership Unit (MMPU) erhält Matthias Hentze den diesjährigen ‘HMLS Investigator Award’. Der Wissenschaftler habe mit seinem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Forschungsstandortes Heidelberg geleistet, heißt es in der Würdigung der Preis-Jury, die zugleich Prof. Hentzes hervorragende Forschung zur Kontrolle der Genregulation hervorhebt. Matthias Hentze forscht am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg und ist einer der beiden Direktoren der MMPU, einer institutionenübergreifenden Forschungskooperation auf dem Gebiet der Molekularen Medizin. Der Preis der ‘Heidelberg Molecular Life Sciences’ (HMLS) ist mit 100.000 Euro dotiert. Zur Preisverleihung lädt die Universität Heidelberg am 14. Dezember 2016 ein.

Die Initiative ‘Heidelberg Molecular Life Sciences’ ist Teil des im Zukunftskonzept der Universität verankerten Forschungsfeldes ‘Molekularund zellbiologische Grundlagen des Lebens’. Darin eingebunden sind die Fakultät für Biowissenschaften und die beiden Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim sowie das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, das Deutsche Krebsforschungszentrum und das European Molecular Biology Laboratory (EMBL).

Der Preisträger war maßgeblich beteiligt an der Gründung der Molecular Medicine Partnership Unit, die im Jahr 2002 gemeinsam mit Andreas Kulozik vom Universitätsklinikum Heidelberg ins Leben gerufen wurde. Als Joint Venture zwischen der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Ruperto Carola und des European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg verfolgt die MMPU das Ziel, aktuelle Erkenntnisse aus der Molekularbiologie für Anwendungen im klinischen Alltag und die Entwicklung personalisierter medizinischer Behandlungsstrategien nutzbar zu machen. Aktuell umfasst die MMPU neun internationale und interdisziplinär ausgerichtete Forschungsgruppen, die sich auf unterschiedliche Krankheitsgebiete wie HIV, Leukämien oder chronische Schmerzen konzentrieren.

Matthias Hentze (Jahrgang 1960) studierte Medizin an der Universität Münster sowie den Medical Schools in Southampton, Glasgow, Oxford und Cambridge. Nach der Promotion in Münster und einem Forschungsaufenthalt am National Institute of Child Health and Human Development in Bethesda (USA) habilitierte er sich 1990 an der Universität Heidelberg für das Fach Medizinische Molekularbiologie. An der Ruperto Carola wurde er 2005 auch zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Bereits seit 1989 forscht Prof. Hentze am EMBL; seit 2013 hat er die Funktion des Direktors inne. In der Forschung befasst sich Matthias Hentze mit Fragen der sogenannten translationalen Kontrolle, den zentralen Prozessen bei der Übermittlung der genetischen Information in der Zelle. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten steht die Genregulation im Zytoplasma anstelle des Zellkerns, der typischerweise vorrangig mit Genregulationsprozessen in Verbindung gebracht wird. Prof. Hentze hat damit ein neues Forschungsfeld in der Molekularbiologie etabliert.

Zum Auftakt der Preisverleihung spricht Thomas Rausch, Biowissenschaftler an der Universität Heidelberg und Koordinator des Forschungsrats der Initiative ‘Heidelberg Molecular Life Sciences’. Die Laudatio auf den Preisträger hält Prof. Kulozik, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinderheilkunde III - Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Ko-Direktor der Molecular Medicine Partnership Unit. In seinem Vortrag wird Prof. Hentze Einblicke in seine Forschungsarbeiten geben. Die öffentliche Veranstaltung am Mittwoch, 14. Dezember 2016, findet im BioQuant-Gebäude, Im Neuenheimer Feld 267, Ute-Greenier-Saal (7. Obergeschoss), statt und beginnt um 18.00 Uhr.



 
 
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