Lebende Schäume beschleunigen Wundheilung

22. Dezember 2016
Schematische Darstellung lebender Schäume basierend auf funktionalen Riesenlipos

Schematische Darstellung lebender Schäume basierend auf funktionalen Riesenliposomen, die verschiedene Proteine zur Kommunikation und Anhebung untereinander sowie zur individuellen Kontraktion tragen. Riesenliposomen können einen Durchmesser von einem Zehntel Millimeter erreichen. Grafik: Tabea Oswald


VolkswagenStiftung fördert Projekt aus Göttingen und Heidelberg mit 1,5 Millionen Euro

(pug) Im Rahmen der Initiative „Leben? – Ein neuer Blick der Naturwissenschaften auf die grundlegenden Prinzipien des Lebens“ fördert die VolkswagenStiftung ein Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaftlern des Göttingen Campus und aus Heidelberg zur Erforschung lebender Schäume. Die VolkswagenStiftung unterstützt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts „Living Foams“ ab dem 1. Januar 2017 für eine Laufzeit von fünf Jahren mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro.
„Ziel des Göttinger und Heidelberger Vorhabens ist es, neuartige lebende Schäume zu entwickeln, die Gewebestrukturen ersetzen beziehungsweise in ihrer Funktion sogar ergänzen können“, so Projekt-Koordinator Andreas Janshoff vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Göttingen. Grundlage dieser Schäume sind an Zellen angelehnte Kompartimente, die lebenden Zellen sehr ähnlich sind und so vielfältige Funktionen ausüben können. „So ist beispielsweise denkbar, dass zukünftig Knochenbrüche und Wundverschlüsse durch die Verwendung von lebenden Schäumen auf Basis hochvernetzter, kommunizierender Riesenliposomen substanziell beschleunigt werden können und das Infektionsrisiko bei Wundheilungsprozessen gesenkt wird“, ergänzt Eberhard Bodenschatz vom Institut für Nichtlineare Dynamik der Universität Göttingen und Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS).
Am Gemeinschaftsprojekt beteiligen sich neben Prof. Janshoff und Prof. Bodenschatz auch Claudia Steinem vom Institut für Organische und Biomolekulare Chemie der Universität Göttingen und Dr. Marco Tarantola vom MPIDS sowie Joachim P. Spatz, Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg.
Die Förderinitiative „Leben? – Ein neuer Blick der Naturwissenschaften auf die grundlegenden Prinzipien des Lebens“ der VolkswagenStiftung ist im Jahr 2015 gestartet. Ihr Ziel ist es, fundamentale Prinzipien des Lebens mit Forschungsprojekten an der Schnittstelle zwischen Naturund Lebenswissenschaften besser zu verstehen und damit neue Perspektiven in Ergänzung zu philosophischen Aussagen über das Leben zu eröffnen. Der Projektantrag zu „Living Foams“ ist der erste im Rahmen der Initiative mit dem Wissenschaftler des Göttingen Campus erfolgreich waren.