Leben finden: Spektrale Biomarker in planetarischen Atmosphären

Dem Physiker Dr. Andreas Elsäßer von der Freien Universität Berlin ist für die Durchführung seines Projektes ,,Finding Life: Spectral Biomarkers in Planetary Atmospheres" (Leben finden: Spektrale Biomarker in planetarischen Atmosphären) ein Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung zugesprochen worden. Mithilfe der Förderung von rund einer Million Euro will Andreas Elsäßer Moleküle untersuchen, welche Hinweise auf mögliches Leben auf anderen Planeten geben können. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Stabilität und spektralen Detektierbarkeit von organischen Molekülen, welche als sogenannte Biomarker oder Biosignaturen in der Atmosphäre eines Planeten potenziell nachgewiesen werden können.

Andreas Elsäßer studierte Physik an der Technischen Universität München und schloss seine Promotion im Bereich Biophysik 2012 an der University of Ulster, Großbritannien ab. Danach forschte er als Postdoktorand an der Leiden University, Niederlande. Seit 2015 ist er Postdoc International-Fellow (POINT-Fellow) und seit 2017 Marie-Curie Fellow an der Freien Universität im Bereich ,,Nanoscale" und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe ,,Experimentale Molekulare Biophysik". Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Wechselwirkung von Strahlung mit Materie und im Besonderen die Auswirkungen von Strahlung auf organische Moleküle und biologische Systeme. Er untersucht die Stabilität von Biomolekülen sowohl mittels fortschrittlichster spektroskopischer Methoden im ultravioletten und sichtbaren bis in den infraroten Wellenlängenbereich als auch mittles massenspektroskopischer Techniken. Derzeit arbeitet Andreas Elsäßer an mehreren Projekten auf der Internationalen Raumstation (ISS), gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Raumfahrtzentrums, der European Space Agency und der NASA, mit dem Ziel die Wirkung solarer und kosmischer Strahlung auf organische Moleküle und potenzielle Biomarker zu untersuchen. Das gewonnene Wissen wird dazu beitragen mögliche organische Moleküle und deren Zerfallsprodukte zu identifizieren und möglicherweise auf anderen Planeten zu detektieren.

Mit dem Freigeist-Fellowship fördert die VolkswagenStiftung exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, die außergewöhnliche, risikobehaftete Wissenschaft zwischen etablierten Forschungsfeldern betreiben möchten.