Johanna-Mestorf-Award geht an Niederländerin Nieuwhof

CAU-Vizepräsidentin    Ilka Parchmann (von rechts) überreichte den Johanna-Mesto

CAU-Vizepräsidentin Ilka Parchmann (von rechts) überreichte den Johanna-Mestorf-Promotionspreis an Annet Nieuwhof. Mit der niederländischen Archäologin freuten sich Johannes Müller, Sprecher der Johanna-Mestorf-Akademie, und Laudator Oliver Nakoinz. Copyright: Jirka Niklas Menke / Graduiertenschule Human Development in Landscapes

Promotionspreis für Brückenschlag zwischen archäologischer Theorie und Praxis


Die niederländische Prähistorikerin und Theologin Dr. Annet Nieuwhof hat heute (Montag, 20. März) den Kieler Johanna-Mestorf-Preis für herausragende Doktorarbeiten in den Bereichen Mensch-Umwelt-Forschung und Landschaftsarchäologie erhalten. Sie nahm den mit 3.000 Euro dotierten Preis für ihre Arbeit “Eight human skulls in a dung heap and more. Ritual practice in the terp region of the northern Netherlands, 600 BC - AD 300” (deutsch etwa “Acht menschliche Schädel in einem Misthaufen und mehr. Rituelle Praxis in der Warftenregion der nördlichen Niederlande 600 v.Chr. – 300 n.Chr.”) aus den Händen von CAU-Vizepräsidentin Ilka Parchmann entgegen. Ausgelobt wurde die Auszeichnung von der Johanna-Mestorf-Akademie und der Graduiertenschule Human Development in Landscapes an der Universität Kiel.
Dr. Oliver Nakoinz lobte in seiner Laudatio Annet Nieuwhofs Dissertation: Sie sei nicht nur eine methodisch fundierte Fallstudie mit gelungener Verbindung von Theorie und Praxis, sondern sie liefere der Wissenschaft auch das analytische Werkzeug, um rituelle Handlungen zu identifizieren. Hier komme Nieuwhof zu Gute, dass sie nicht nur Archäologie, sondern auch Theologie studierte.
Annet Nieuwhof erforscht am Institut für Archäologie der Universität Groningen die Besiedlungsgeschichte und die materielle Kultur der nordniederländischen Küstenregion. Geboren 1956, studierte sie von 1979 bis 1988 Theologie und Religion. Von 1997 bis 2001 legte sie mit einem Studium der Archäologie an der Freien Universität Amsterdam und der Universität Groningen den Grundstein für ihre zweite akademische Karriere. 2015 promovierte Nieuwhof mit der nun in Kiel ausgezeichneten Dissertation.
Der Johanna-Mestorf-Preis ist nach der ersten Professorin Preußens benannt. Johanna Mestorf (* 1828 in Bramstedt, †1909 in Kiel) hatte erheblichen Einfluss auf die archäologische Forschung. Seit 1868 wirkte sie am Museum vaterländischer Alterthümer in Kiel. Der nach ihr benannte Preis wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen: 2015 ging er an die in Kiel promovierte Althistorikerin Silvia Balatti, 2013 teilten sich die Klassische Archäologin Sabine Neumann (München) und die Anthropologin Katherine Mary Grillo (USA) den Preis.