Humboldt-Forschungspreis für Matthias Kipping

Der Unternehmenshistoriker von der York University in Toronto ist im Rahmen der Auszeichnung an der Freien Universität für ein Jahr zu Gast

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat einen Vorschlag der Managementforscher Dr. h. c. Georg Schreyögg und Jörg Sydow von der Freien Universität bewilligt, den Unternehmenshistoriker Matthias Kipping von der kanadischen York University in Toronto mit einem Humboldt-Forschungspreis zu ehren. Matthias Kipping wird für ein Jahr an der Freien Universität forschen und lehren. Von Berlin aus wird er unter anderem die weitreichenden Netzwerke von ehemaligen Mitarbeitern deutscher Beratungsfirmen untersuchen sowie die Entwicklung firmeninterner Think Tanks und deren Einflussnahme auf die Diskussion von wichtigen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Problemen.

Matthias Kipping, Jahrgang 1961, studierte Geschichte und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der Sorbonne in Paris sowie öffentliche Verwaltung an der Harvard University. Im Jahr 1993 wurde er in München an der LMU in Wirtschaftsgeschichte promoviert. Im Folgenden lehrte und forschte er in Paris, Reading, Barcelona und Vallendar. Seit 2005 hat er den Lehrstuhl für Unternehmensgeschichte an der Schulich School of Business der York University inne. Seine Forschungsschwerpunkte sind der internationale Transfer von Managementwissen mit speziellem Fokus auf der Entwicklung und Rolle von Managementberatungen und Managementausbildung. Zudem gehört er zu den führenden nordamerikanischen Wissenschaftlern - darunter zu den wenigen geschichtswissenschaftlich ausgebildeten - die eine historische Perspektive auf Management und Organisation verfolgen. Am Management-Department der Freien Universität trifft Matthias Kipping auf ein Umfeld, in dem diese Art der Forschung seit vielen Jahren sehr geschätzt wird. So wurde vor allem im Rahmen des über neun Jahre von der Deutschen Forschungsgemenschaft (DFG) geförderten Graduiertenkollegs ,,Pfade organisatorischer Prozesse" (http://www.wiwiss.fu-berlin.de/forschung/pfadkolleg/index.html) historisch gearbeitet. Geleitet wurde das Kolleg von den beiden Professoren, Georg Schreyögg und Jörg Sydow, die Matthias Kipping für den Preis vorgeschlagen haben. Aktuell wird die ebenfalls von der DFG geförderte und von Professor Jörg Sydow geleitete Forschergruppe ,,Organized Creativity" ( http://www.wiwiss.fu-berlin.de/forschung/organized-creativity/index.html ) profitieren.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt jährlich bis zu hundert Humboldt-Forschungspreise als Anerkennung für herausragende Leistungen. Als Teil der Auszeichnung werden die Preisträger eingeladen, in einem langfristigen Projekt mit Fachkollegen an einem deutschen Forschungsinstitut zu arbeiten. Die Nominierungen werden von Wissenschaftlern in Deutschland vorgenommen.