Frank Bigiel erhält ERC Consolidator Grant

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Dr Frank Bigiel

Dr Frank Bigiel

Der Heidelberger Astrophysiker Dr. Frank Bigiel erhält eine hochdotierte Förderung des Europäischen Forschungsrats (ERC), einen ERC Consolidator Grant für herausragende Forschungstalente. Gefördert wird damit ein Vorhaben an der Ruperto Carola, in dem sich Dr. Bigiel mit dem Materiekreislauf in Galaxien beschäftigen wird. Dabei will der Wissenschaftler insbesondere der Frage nachgehen, wie die physikalischen und chemischen Bedingungen des interstellaren Mediums die Entstehung von Sternen in Galaxien ‘regulieren’. Der ERC stellt für die fünfjährigen Arbeiten Fördermittel in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. Frank Bigiel lehrt und forscht am Institut für Theoretische Astrophysik, das zum Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) gehört. Die Forschungsarbeiten beginnen voraussichtlich im Juli 2017.

In dem vom ERC geförderten Projekt ‘EMPIRE: Galaxy Evolution in the ALMA Era - The Baryon Cycle and Star Formation in Nearby Galaxies’ untersuchen Dr. Bigiel und sein Team, wie Galaxien aus dem Gas und Staub, aus denen sich das sogenannte interstellare Medium zusammensetzt, neue Sterne bilden. In diesem Zusammenhang analysieren die Wissenschaftler die physikalischen Bedingungen dieses Mediums, wie zum Beispiel Dichte und Temperatur, aber auch den Einfluss von Eigenschaften wie Galaxientyp, Galaxienmasse oder Rotationsverhalten auf die Sternentstehung. ‘Die Aktivität der Sternentstehung variiert im Laufe der kosmologischen Entwicklung von Galaxien und auch innerhalb von Galaxien sehr stark. Wenn wir beispielsweise verstehen wollen, wie und warum unsere Milchstraße Sterne wie unsere Sonne bildet, setzt dies ein detailliertes Verständnis der physikalischen Bedingungen ebenso wie der chemischen Eigenschaften des interstellaren Mediums voraus’, betont Dr. Bigiel. ‘Auch unsere Sonne ist aus interstellarem Gas entstanden, sodass Prozesse der Sternentstehung sowohl für die Bildung von Planeten als auch für die Entstehung von Leben von zentraler Bedeutung sind’, so der Wissenschaftler. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten werden Dr. Bigiel und sein Team auch Daten des ALMA Observatoriums in Chile analysieren.

Frank Bigiel (Jahrgang 1978) studierte Physik an der Universität Heidelberg und führte sein Dissertationsvorhaben am Max-Planck-Institut für Astronomie durch. Nach der Promotion forschte er als Postdoktorand an der University of California in Berkeley (USA). Im Sommer 2011 wechselte er als sogenannter Gliese Fellow an das Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg. Dort wurde er 2012 Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird.

Der ERC Consolidator Grant wendet sich an vielversprechende junge Forscherinnen und Forscher, deren eigene unabhängige Arbeitsgruppe sich in der Festigungsund Vertiefungsphase befindet. Zentrales Förderkriterium ist dabei wissenschaftliche Exzellenz.