Die Medien im Wahlkampf. Bewährungsprobe für die Vermittler in der Demokratie

21. April 2017

Öffentliche Vorlesungsreihe des OSI-Clubs im Sommersemester an der Freien Universität Berlin / Erster Termin: 24. April 2017

Analysen und Ansichten zum Wandel der Medien im Wahlkampf und Kommunikation bietet eine Ringvorlesung im Sommersemester an der Freien Universität. In acht Vorträgen besprechen Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis und Wissenschaft, welche Formate für Berichterstattung und Wahlforen im Wahljahr 2017 zum Einsatz kommen, welchen Leitlinien Journalistinnen und Journalisten folgen und wie sie den Spagat zwischen Sachinformation und einer sportähnlicher Unterhaltung aushalten. Die Rednerinnen und Redner werfen außerdem einen Blick auf die Medienkonkurrenz zwischen Fernsehen, Tagesund Magazinpresse sowie zwischen nationalen und regionalen und sozialen Medien. Veranstalter der Reihe ist der OSI-Club, der Alumniund Förderverein am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität, in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin. Sie wird unterstützt vom Journalistenverband Berlin-Brandenburg sowie vom Deutschen Pressemuseum. Die Vorträge sind öffentlich, der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Im Jahr 2017 werden in Deutschland drei Landesparlamente und der Bundestag gewählt. Auch bei Nachbarn in Europa stehen wichtige Wahlen an. Nach der Wahl in den Niederlanden richtet sich der Blick vor allem auf Frankreich; auch die kurzfristig ausgerufenen Neuwahlen am 8. Juni in Großbritannien bestimmen die Agenda der Medien. ‘Die Wahlen sind wie ein Brennglas für die kritische Rolle der Medien’, erklärt Marco Althaus, Politikwissenschaftler und Moderator der Vorlesungsreihe im Sommersemester. Denn in den Medien formen sich Debatten, Profile und Wahlalternativen. ‘Sie lösen Mobilisierung für und gegen etwas aus und prägen somit die Wahlentscheidung’, sagt Marco Althaus. Für unabhängigen Journalismus liege die Messlatte darin, sich nicht von Wahlkämpfern ‘managen’ zu lassen - weder durch Nachrichtenströme noch durch eine gute Show. Erst recht gelte dies in Zeiten von Populismus und Medienschelte, Glaubwürdigkeitsverlusten und viel Aufregung über ‘Fake News’.

‘Für Wahlkampfprofis sind die Veränderungen der Medienwelt Chance und Problem zugleich’, erklärt Marco Althaus. Die Reichweite etablierter Medienstrategien nehme rapide ab. Planungsund Messwerkzeuge scheinen unzuverlässiger als früher. Kampagnenmacher investieren mehr denn je in alternative Kanäle, in Technik und Daten, Organisationsstärke und Mobilisierungsaktionen. ‘Die medialen Erfolgsformeln für Wahlkampf ändern sich’, sagt der Politikwissenschaftler. Die Frage sei: Zu was? Über vielem schwebe die Frage ob sich das Siegen von Donald Trump lernen lasse.

Zeit und Ort

  • Montags, vom 24. April bis zum 26. Juni 2017, jeweils um 18.15 Uhr
  • Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, Ihnestr. 21, Hörsaal A, 10559 Berlin-Dahlem

 
 
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