Affect Me. Social Media Images in Art

Neue Bildpraktiken in den sozialen Medien und deren Transfer in die Kunst ist Thema der Ausstellung ,,Affect Me. Social Media Images in Art", die in Kooperation mit der Freien Universität entstand. Sie ist noch bis zum 10. März 2018 in Düsseldorf zu sehen. In der Ausstellung sind Arbeiten von neun international renommierten Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart versammelt. Sie wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Düsseldorfer Kunstinstitution, KAI 10
Arthena Foundation, und dem Forschungsprojekt ,,Affektive Dynamiken von Bildern im Zeitalter von Social Media" des Sonderforschungsbereiches ,,Affective Societies" der Universität konzipiert. Kuratorinnen sind Julia Höner von KAI 10 und Kerstin Schankweiler von der Freien Universität. Im Rahmenprogramm der Ausstellung findet an der Universität der Künste Berlin am 2. März eine Podiumsdiskussion mit dem Titel ,,Expanded: Affect Me" statt. Der Besuch der Ausstellung und der Veranstaltung ist kostenfrei. Ein Katalog zur Ausstellung ist bei Spector Books erschienen.
,,Im Zeitalter von Facebook, Instagram, Twitter und Co. hat sich der Umgang mit Bildern grundlegend verändert", erklärt Julia Höner. Geteilte Handyfotos und -videos seien zum wichtigsten persönlichen Ausdrucksmittel einer breiten Öffentlichkeit geworden. Sowohl Banalitäten aus dem Leben der Nutzerinnen und Nutzer als auch Bildbeweise aus den globalen Krisenherden unserer Gegenwart würden tagtäglich millionenfach im Netz verbreitet. Mit ihrem hohen Affizierungspotenzial spielten Bilder geradezu virtuos auf der Klaviatur der Gefühle. ,,Sie werden massenhaft geliked oder provozieren Proteste, sie sind Anlass für Kritik und ungehemmte Pöbelei, sie aktivieren öffentliche Debatten, wirken gemeinschaftsbildend - und befördern die weitreichende Zirkulation von Affekten", erläutert Kerstin Schankweiler. In der Ausstellung werden neun internationale künstlerische Positionen vorgestellt, in denen Bildmaterial aus den sozialen Medien eingesetzt wird. Das künstlerische Interesse gelte hier besonders jenen Bildern die in politischen Zusammenhängen in die sozialen Netzwerke gespeist wurden. ,,Die Künstlerinnen und Künstler thematisieren, wie diese Bilder jenseits ihrer berichtenden Funktion bewegen und mobilisieren und dabei an der porösen Grenze zwischen Realität und Fiktion agieren", erklären die Kuratorinnen. In der Auseinandersetzung mit den digitalen Bildphänomenen gewährten die Künstlerinnen und Künstler Einblicke in die emotionale Konstitution und Erregungsdynamik aktueller Gesellschaften.