Zum Tod von Henry Kissinger

Henry Kissinger - Henry Kissinger spricht in der Lyndon-B.-Johnson-Presidential
Henry Kissinger - Henry Kissinger spricht in der Lyndon-B.-Johnson-Presidential Library. © © US Public Domain
Henry Kissinger ist tot. Der Namensgeber der Henry-Kissinger-Professur für Sicherheitsund Strategieforschung an der Universität Bonn ist 100-jährig in seinem Haus in Connecticut gestorben.

Als Denker und Praktiker eines realpolitischen Ansatzes prägte Henry Kissinger entscheidend die amerikanische Außenpolitik der sechziger und siebziger Jahre. Von 1968 bis 1975 übte er das Amt des nationalen Sicherheitsberaters, und von 1973 bis 1977 das des Außenministers der Vereinigten Staaten aus. Er diente zwei Präsidenten, Richard Nixon und Henry Ford. Henry Kissinger war unter anderem Architekt einer Normalisierung der Beziehungen zwischen China und den USA sowie einer Entspannungspolitik mit der Sowjetunion. Für seine Rolle hinsichtlich der Beendigung des Vietnamkriegs erhielt er 1973 den Friedensnobelpreis.

Nach der Flucht 1938 aus dem nationalsozialistischen Deutschland erlangte Henry Kissinger 1943 die amerikanische Staatsbürgerschaft und diente im Zweiten Weltkrieg als Soldat in Europa und in Deutschland. Er setzte sich für die Westbindung der Bundesrepublik Deutschland und für die deutsche Wiedervereinigung ein.

In einem Nachruf auf den Verstorbenen schreibt der aktuelle Henry Kissinger-Professor der Universität Bonn, Ulrich Schlie: "Der Tod von Henry Kissinger ist ein großer Verlust für die ganze Welt, besonders aber für uns Deutsche. Henry Kissingers persönlicher Werdegang hat ihn zu einem Brückenbauer zwischen Europa und Amerika werden lassen. Immer wieder hat er um Verständnis für Deutschland und die Sichtweise Europas geworben. Mit der Glaubwürdigkeit seiner Biografie und seiner Stimme hat er ganz wesentlich dazu beigetragen, dass das Vertrauen in Deutschland nach der politischen und moralischen Katastrophe des ,,dritten Reiches" wieder wachsen konnte und dem freien Teil Deutschlands nach 1945 eine Bewährungsprobe geschenkt wurde."

Die Henry-Kissinger-Stiftungsprofessur wurde 2014 anlässlich Kissingers 90. Geburtstag an der Universität Bonn eingerichtet. Sie wurde aus Mitteln der Bundesregierung finanziert und würdigt Henry Kissingers Beitrag zum strategischen Denken in den internationalen Beziehungen. Die Professur fördert sicherheitsund verteidigungspolitisches Denken in Deutschland und in Europa und leistet einen Beitrag zur Stärkung der transatlantischen Beziehungen. Die Professur wurde 2019 verstetigt. Sie ist Teil des "Centers for Advanced Security, Strategic and Integration Studies" (CASSIS) der Universität. Als interdisziplinäres Forschungszentrum bündelt es Aufgaben im Bereich der strategischen Außen-, Europaund Sicherheitsforschung.

Den Nachruf auf Henry Kissinger gibt es auf der.

Kontakt für die Medien:
Ulrich Schlie

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