Wie wird aus einer kranken Leber Krebs?

Wie wird aus einer kranken Leber Krebs? Auf welche Weise ,,spricht" ein Tumor mit seiner Umgebung? Und was kann der Mensch von Mäusen lernen? Antworten auf diese Fragen gibt die nächste Veranstaltung der Reihe ,,Überlebensstrategien", die Peter Schirmacher, Ärztlicher Direktor des Pathologischen Instituts an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg, gestaltet. Getragen wird die Veranstaltungsreihe von den Sonderforschungsbereichen der Ruperto Carola, in denen zentrale Fragen der molekularen Lebenswissenschaften bearbeitet werden; sie ist ein gemeinsames Projekt mit der Rhein-Neckar-Zeitung. Die Veranstaltung ,,Leberkrebs" findet am 10. Januar 2019 im Karlstorbahnhof statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Wie überleben Lebewesen - vom Einzeller über Pflanzen und Tiere bis zum Menschen - unter widrigen Umständen und schwierigen Bedingungen? Mit der Reihe ,,Überlebensstrategien" suchen die lebenswissenschaftlichen Forscher der Universität Heidelberg das Gespräch mit der breiten Öffentlichkeit und haben dazu ein besonderes Format gewählt: Im Karlstorbahnhof in entspannter Lounge-Atmosphäre führen sie in ausgewählte Fragestellungen, Methoden und langfristige Ziele der molekularen Lebenswissenschaften ein. Redakteure der RNZ-Stadtredaktion gestalten die Gesprächsführung: Ihre Fragen und Perspektiven bilden die Brücke zum Publikum, das in den Dialog einbezogen wird. Die vier weiteren Veranstaltungen der Reihe mit musikalischer Begleitung durch Mitglieder des Collegium Musicum finden bis zum Juli 2019 jeden zweiten Donnerstag des Monats statt.

Prof. Schirmacher ist Sprecher des SFB/TRR 209 ,,Leberkrebs - neue mechanistische und therapeutische Konzepte in einem soliden Tumormodell". Der Sonderforschungsbereich/Transregio, der an der Medizinischen Fakultät Heidelberg angesiedelt ist und gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Tübingen und Hannover getragen wird, umfasst drei Themenbereiche: Neben den Ursachen des Leberkrebses beschäftigt sich der zweite Schwerpunkt mit den molekularen Grundlagen der Wechselwirkung zwischen der Tumorzelle und ihrer Umgebung. Im dritten Schwerpunkt geht es darum, vielversprechende Therapieansätze schneller zur klinischen Anwendung zu bringen. Aus der Arbeit des SFB/TRR 209 berichtet neben Prof. Schirmacher außerdem Kai Breuhahn, ebenfalls Wissenschaftler am Pathologischen Institut. Die Einführung und Moderation der Veranstaltung übernimmt der Leiter der RNZ-Stadtredaktion, Dr. Micha Hörnle.

SFBs sind Forschungsverbünde, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden und sich aus 15 bis 20 Arbeitsgruppen zusammensetzen. Während Sonderforschungsbereiche in der Regel an einer Universität angesiedelt sind, verteilen sich die SFB/Transregio-Verbünde auf zwei oder drei Standorte. Projekte, die innerhalb eines SFB gefördert werden, behandeln eine übergreifende Fragestellung der Grundlagenforschung aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Techniken über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren. An der Universität Heidelberg sind aktuell zwölf Sonderforschungsbereiche und SFB/Transregios mit lebenswissenschaftlichen Fragestellungen angesiedelt; eine weitere SFB-Initiative wurde jüngst von der DFG bewilligt.