Wenn junge Leute nachts in Freiburg unterwegs sind

Die ’Blaue Brücke’ in Freiburg. Foto: Patrick Seeger

Die ’Blaue Brücke’ in Freiburg. Foto: Patrick Seeger

Online-Umfrage unterstreicht die Bedeutung von Sicherheit und Geselligkeit sowie den Wunsch nach vielfältigen Angeboten

Zusammenhalt und Geselligkeit stehen im Vordergrund, wenn junge Leute abends in Freiburg ausgehen. Es ist ihnen wichtig, dass es in der Stadt attraktive, aber auch preiswerte Möglichkeiten gibt, um mit Freundinnen, Freunden und Bekannten zu später Stunde etwas zu unternehmen. Neben dem Verlangen nach einer größeren Vielfalt an Angeboten ist in Freiburg die Frage der nächtlichen Sicherheit vor allem für Frauen ein beherrschendes Thema. So sind Einschätzungen zur Sicherheit und Erreichbarkeit oft ausschlaggebend für den Besuch oder das Vermeiden von Nacht-Orten.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer Online-Umfrage von etwa 1.600 jungen Leuten, die Tim Freytag mit seiner Arbeitsgruppe vom Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Universität Freiburg im Rahmen des Forschungsprojekts ,,Nacht-Orte" vom 22. Januar bis zum 28. Februar 2019 durchgeführt hat. Außer Freiburger Studierenden von Universität, Pädagogischer Hochschule und anderen Einrichtungen haben sich auch zahlreiche junge Berufstätige und einzelne Auszubildende, Schülerinnen und Schüler an der Erhebung beteiligt.

,,Mehr als drei Viertel der Befragten geben an, nicht häufiger als einmal pro Woche abends unterwegs zu sein - und zwar meistens in einer kleineren Gruppe von drei bis sechs Personen", erläutert Freytag. Dabei werden vorwiegend Bars und Cafés besucht, aber auch Clubs und Diskotheken sowie Kinos, Eventlokale und Restaurants sind beliebte Nacht-Orte. Die abendlichen Aktivitäten der jungen Leute zeigen eine extreme räumliche Konzentration auf die Freiburger Innenstadt und die direkt angrenzenden Stadtteile.

Im Juni und Juli 2019 wird eine zweite Online-Umfrage folgen. Auf diese Weise wird es möglich sein, charakteristische Muster der Abendgestaltung junger Leute in den Winterund Sommermonaten herauszuarbeiten und auch die Nutzung öffentlicher Räume in den Abendund Nachtstunden noch stärker in den Blick zu nehmen.

Hintergrundinformationen Im Forschungsprojekt ,,Nacht-Orte", das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert wird, kooperieren Tim Freytag und sein Team der Freiburger Humangeographie mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Montpellier III - Paul Valéry in Frankreich. In beiden Städten werden Forschungsarbeiten über ,,Nacht-Orte" und die ,,Gestaltung der urbanen Nacht" durchgeführt. Die Projektlaufzeit endet am 31. Dezember 2019.