Was folgt auf die Redaktion’ DFG fördert Projekt zu neuen Organisationsformen im Journalismus

Wie - und vor allem wo - werden in Zeiten einer zunehmenden Digitalisierung journalistische Inhalte für eine informierte, kritische öffentlichkeit hergestellt’ Die Juniorprofessur für »Organisation und vernetzte Medien« an der Bauhaus-Universität Weimar startet im Sommer 2021 ein dreijähriges Forschungsprojekt zu »Neuen Formen der organisierten Zusammenarbeit im Journalismus«. Ermöglicht wird die Untersuchung durch eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von 200.000 Euro.

Presseverlage, Rundfunksender und ihre Redaktionen sind durch die Digitalisierung unter ökonomischen und gesellschaftlichen Druck geraten. Es ist absehbar, dass die mehr als 100 Jahre alte Organisationsform der Redaktion schon bald nicht mehr der zentrale Ort für journalistische Arbeit sein wird. Seit einigen Jahren entstehen in digitalen, vernetzten Medien ganz neue Formen der journalistischen Zusammenarbeit. An die Stelle der Redaktion als dem einzigen und eindeutig abgrenzbaren Arbeitskontext treten eine Vielzahl neuer Produktionsstätten. Dieser veränderten Organisationslandschaft des Journalismus widmet sich das DFG-geförderte Forschungsvorhaben.

Jun.- Christopher Buschow, Juniorprofessur für Organisation und vernetzte Medien, und Maike Suhr, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Medienmanagement, konzentrieren sich in ihrem Vorhaben auf neuartige Organisationsund Arbeitsformen im Journalismus. Diese werden unter den Bedingungen digitaler, vernetzter Medien erst möglich. Durch den Fokus auf Nischen, Vorreiter und Prototypen will das Weimarer Forschungsteam die organisationale Zukunft des digitalen Journalismus erfassen. »Es geht uns primär um die Frage, welche neuen Organisationsformen geeignete Bedingungen schaffen, damit der Journalismus seine gesellschaftliche Rolle in digitalen Zeiten weiterhin erfüllen kann«, hebt Buschow hervor.

Das Projekt, das Organisationsund Journalismusforschung verschränkt, konzentriert sich deshalb auf Start-ups und Neugründungen. Dazu gehören Plattformen wie RiffReporter und Steady, Recherchenetzwerke wie Investigate Europe, aber auch Medienschaffende, die Netzwerke wie YouTube und Instagram für journalistische Berichterstattung nutzen. Durch teilnehmende Beobachtungen, Leitfadeninterviews und Dokumentenanalysen sollen die Strukturen, Prozesse und Praktiken dieser Organisationen sowie ihr Einfluss auf Medieninhalte herausgearbeitet werden. Suhr unterstreicht, dass die exakten Untersuchungsfälle erst im offenen Forschungsprozess bestimmt werden können: »Im ersten Schritt vermessen und kartieren wir die digitale Organisationslandschaft des Journalismus. Erst hierauf aufbauend können wir die besonders vielversprechenden Fälle für eine vertiefte Untersuchung auswählen.«

Mit der Untersuchung wollen Suhr und Buschow bestehende Wissenslücken der Medienmanagementund Journalismusforschung schließen. Der Medienpraxis soll das Vorhaben verdeutlichen, was innovative Organisationsformen für den Journalismus leisten können und wo ihre Grenzen liegen.

Interne Förderstrukturen geben Anschub für Drittmittelakquise

Buschow und Suhr entwickelten den DFG-Antrag auf Grundlage einer Förderung durch den Fonds für Anschubfinanzierung der Bauhaus-Universität Weimar. Buschow betont: »Wir sind dem Ausschuss für Forschung und Projekte und dem Dezernat Forschung sehr dankbar, dass sie unsere ambitionierten Ziele im Wettbewerb um Drittmittel unterstützt und damit entscheidend zur wissenschaftlichen Profilierung meiner Juniorprofessur beigetragen haben.«

Die Juniorprofessur für »Organisation und vernetzte Medien« wurde zum Wintersemester 2018/2019 an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar neu eingerichtet, um ein eigenständiges Forschungsprogramm zu Organisations-, Arbeitsund Koordinationsformen in digitalen, vernetzten Medien zu entwickeln. Seitdem forscht und lehrt Jun.- Christopher Buschow im Fachbereich Medienmanagement schwerpunktmäßig zur Organisation und Finanzierung des digitalen Journalismus sowie zu Entrepreneurship in der Medienbranche.


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